PfadnavigationHomeRegionalesHamburgMedizinische Hilfe nach GewaltKrankenkassen zahlen jetzt für vertrauliche SpurensicherungVeröffentlicht am 05.09.2025Lesedauer: 2 MinutenWer nach einer Gewalttat verletzt ist, traut sich nicht immer zum Arzt – mitunter aus Sorge, zu einer Anzeige gezwungen zu werden. Die vertrauliche Spurensicherung hilft hierQuelle: Jonas Walzberg/dpaWer Gewalt erlebt, muss sich nicht sofort für eine Anzeige entscheiden. In Hamburg übernehmen die Krankenkassen nun die Kosten für die vertrauliche Spurensicherung – ein Angebot, das Betroffenen seit Jahren anonym und kostenfrei offensteht.Wer Opfer von Gewalt oder sexuellen Übergriffen wird, steht oft vor der Frage: Anzeige erstatten – oder nicht? In Hamburg müssen sich Betroffene diese Entscheidung nicht sofort abverlangen. Am Universitätsklinikum Eppendorf gibt es das Angebot der vertraulichen Spurensicherung. Seit Kurzem übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die Untersuchungen. Das Angebot, das bundesweit als vorbildlich gilt, sei damit auf lange Zeit gesichert, hieß es am Freitag von der Gesundheits- und der Gleichstellungsbehörde, die die Regelung ausgehandelt haben.Im Childhood-Haus Hamburg, einer Einrichtung des Instituts für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), wurde die neue Finanzierungsregelung vorgestellt. Dort werden Kinder und Jugendliche in kindgerechter Umgebung untersucht und betreut. Erwachsene können sich an die Rechtsmedizinische Untersuchungsstelle wenden. Beide Angebote sind anonym und kostenfrei.Lesen Sie auch„Die vertrauliche Spurensicherung ist uns Rechtsmediziner:innen seit Langem ein zentrales Anliegen“, sagt Benjamin Ondruschka, Direktor des Instituts für Rechtsmedizin. „Sie ermöglicht Betroffenen einen geschützten Zugang zu medizinischer Hilfe und Beweissicherung – unabhängig davon, ob sie sich sofort oder später für eine Anzeige entscheiden.“Die Untersuchungen erfolgen nach forensischen Standards. Verletzungen werden dokumentiert, biologische Spuren können bis zu 20 Jahre aufbewahrt werden. „So bleiben alle rechtlichen Optionen offen“, erklärt Ondruschka. Das interdisziplinäre Team aus Medizin, Psychologie und Sozialpädagogik soll Betroffene in einer hochsensiblen Situation bestmöglich unterstützen.Gleichstellungssenatorin Maryam Blumenthal (Grüne) bezeichnete das Childhood-Haus und die Rechtsmedizinische Untersuchungsstelle als „wichtige Anlaufstellen in einer extrem vulnerablen Lebenssituation“. Sie sagte: „Ich freue mich sehr, dass die gesetzlichen Krankenkassen nun einen wesentlichen Teil der Kosten für die vertrauliche Spurensicherung übernehmen und das niedrigschwellige Angebot in Hamburg weitergeführt werden kann.“Lesen Sie auchAuch Gesundheitssenatorin Melanie Schlotzhauer betonte die Bedeutung der neuen Finanzierung: „Die Einigung mit den Krankenkassen kommt direkt den Betroffenen zugute.“Die Stadt Hamburg trägt weiterhin die Kosten für die langfristige Aufbewahrung der Spuren über zehn Jahre hinaus. Das Angebot steht allen offen – unabhängig vom Versicherungsstatus oder einer Anzeige bei der Polizei.juve
Medizinische Hilfe nach Gewalt: Krankenkassen zahlen jetzt für vertrauliche Spurensicherung - WELT
Wer Gewalt erlebt, muss sich nicht sofort für eine Anzeige entscheiden. In Hamburg übernehmen die Krankenkassen nun die Kosten für die vertrauliche Spurensicherung – ein Angebot, das Betroffenen seit Jahren anonym und kostenfrei offensteht.






