Auch 35 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung gibt es noch immer Unterschiede zwischen Ost und West. Einer davon ist sogar genetisch: Das berichtet ein internationales Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern nun im Wissenschaftsjournal Nature. Menschen, deren Vorfahren seit mehreren Generationen in der Region östlich von Elbe und Saale leben, haben demnach ein Erbgut mit rund 50 Prozent slawischer Herkunft. Der Anteil in Westdeutschland ist deutlich geringer. Der Studie zufolge geht dieser Unterschied auf eine große Migrationsbewegung im frühen Mittelalter zurück. Menschen aus der Region des heutigen Belarus und der Zentralukraine zogen demnach im siebten und achten nachchristlichen Jahrhundert in Scharen nach Westen – und kamen bis in den heutigen Osten Deutschlands.
Genetische Unterschiede zwischen Ostdeutschland und Westdeutschland
Wie historische Migrationsbewegungen bis heute die genetische Vielfalt prägen.






