Die Vorwürfe wiegen schwer: Weil er Schmerzmittel in einem Landshuter Krankenhaus entwendet und unter anderem durch potenziell lebensbedrohliches Adrenalin ersetzt haben soll, muss sich seit dieser Woche ein 42-jähriger Krankenpfleger am Landgericht wegen 15-fachen versuchten Mordes verantworten. Bei der Fortsetzung des Prozesses am Landgericht Landshut macht am Donnerstag der Angeklagte erstmals Angaben. Über eine Erklärung seines Verteidigers räumt er die Vorwürfe im Wesentlichen ein. Sein angebliches Motiv: Schlaflosigkeit.
Wie schon zum Prozessauftakt macht der Angeklagte am zweiten Verhandlungstag immer wieder Notizen in einem kleinen Büchlein. Er verfolgt das Geschehen aufmerksam. Reden lässt er jedoch seine Verteidiger. In der Erklärung, die einer seiner beiden Anwälte vorträgt, gibt der 42-Jährige zu, die Medikamente vertauscht zu haben. „Aber er wollte keine Patienten töten“, erklärt sein Verteidiger. Dass Adrenalin bei Patienten mit gewissen Vorerkrankungen tödlich wirken kann, wie es in der Anklage steht, will der Krankenpfleger offenbar nicht gewusst haben.
Mutmaßlich ist in Landshut sechs Patientinnen und Patienten aufgrund der manipulierten Ampullen Adrenalin verabreicht worden, bei neun weiteren wäre es möglich gewesen. Manche kämpfen bis heute mit den psychischen Folgen.







