Wenn an diesem Donnerstag in Abensberg der Gillamoos beginnt, dann muss das Team von Alexander Rahn besonders schnell sein. Rahn ist Vertriebschef bei Innstolz, das Unternehmen aus Rotthalmünster (Landkreis Passau) beliefert während der Volksfestsaison überall in Niederbayern die Festzelte. „Wir haben alles, was das Küchenherz begehrt“, sagt Rahn: Käse, Fleisch und Mehl genauso wie Reinigungsmittel und Besen. Doch die Bestellungen für den nächsten Volksfest-Tag kämen normalerweise erst um 22 Uhr herein, müssten dann über Nacht kommissioniert werden und bis in der Früh ausgeliefert sein. „Der Laster muss wieder weg sein, wenn die Massen kommen.“

Damit das klappt, lässt sich Innstolz in diesem Jahr helfen: von künstlicher Intelligenz. „Das spart uns Zeit“, sagt Rahn.

Zeit – und damit Geld – sparen mit KI: Darauf setzen auch im Freistaat immer mehr Firmen. Zumindest in der Theorie. Praktisch tun sich gerade mittelständische Betriebe schwer, die Technologie bleibt häufig abstrakt. Dabei könnten smarte Tools eine der größten Sorgen der bayerischen Wirtschaft lindern: trotz Personalnot Aufträge erledigen zu können.

Auch bei Innstolz kennt man diese Not. Der Großhändler beliefert gut 3000 Kunden aus Hotellerie und Gastronomie und sucht dafür laut Website Verkaufsberater, Sprinterfahrer oder Entladehelfer. Doch neue Leute zu finden, damit tun sich auch andere Firmen schwer. Trotz Wirtschaftsflaute liegt die Arbeitslosenquote im Landkreis Passau bei 3,4 Prozent und damit nahe jener Grenze, ab der Volkswirte von Vollbeschäftigung sprechen.