Natürlich werde jetzt vieles anders laufen, sagt Georg Forster. Schließlich war es ein handfester Skandal, der die Regensburger Tafel da erschütterte. Erst durchsuchte die Staatsanwaltschaft ihre Räume, dann verhaftete sie ihre Vorständin, Jonah L., wegen des Verdachts auf Untreue. Und schließlich bestätigte L. die Vorwürfe in einem Geständnis und erweiterte sie auch noch. Nicht 69 000 Euro, wie bisher angenommen, sondern ganze 200 000 Euro soll sie der Tafel entwendet haben, eine Frau, die nicht nur der Tafel in Regensburg vorstand, sondern auch stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbands war. Aufgrund des Geständnisses muss sie nun nicht mehr in U-Haft sitzen, das Vertrauen in sie aber, das etwa Georg Forster, Schriftführer der Tafel, lange noch hatte – es ist dahin.
Vertrauen wollen sie bei der Tafel in Zukunft schon auch noch, ein bisschen mehr Kontrolle aber soll es auch geben. Denn bis jetzt war das so: Jonah L. war die einzige Vorständin, nur sie konnte die wichtigen Unterschriften unter Dokumente setzen, niemand durfte sie vertreten. Und ein Vier- oder gar Sechs-Augen-Prinzip etwa bei finanziellen Entscheidungen gab es offenbar nicht. Forster gibt das ganz deutlich zu: „Unsere Satzung war nicht besonders gut ausgearbeitet.“ Das aber solle sich nun ändern. „Wir wollen durchgängig ein Vier- oder Sechs-Augen-Prinzip einführen, um persönliche Bereicherungen auszuschließen“, sagt er. Auch eine Vertreterregelung soll es in der neuen Satzung geben, um zu verhindern, dass eine Person alleine weitreichende Befugnisse hat. Für die Ausarbeitung der Satzung werde nun ein Anwalt engagiert. Sie brauchen eh einen, um Einblick zu bekommen in die Akten.







