Wen knöpft sich Markus Söder vor? Die Frage stellt sich jetzt, wenn am kommenden Montag der politische Frühschoppen am Gillamoos ansteht. Im Rahmen des Jahrmarkts im niederbayerischen Abensberg laden die Parteien traditionell zu Kundgebungen. Das ist immer ein politischer Schlagabtausch, ein gegenseitiges Vermöbeln, rein verbal natürlich; gerade in Wahljahren oder wie 2024 unmittelbar am Tag nach den viel beachteten Landtagswahlen in Thüringen und Sachsen. Wahlen sind in Bayern gerade auch in Sichtweite, im März 2026 die Kommunalwahlen. Und ruhig ist es im politischen Betrieb im dauerhaften Krisenmodus ohnehin nie. Aber zieht der bisherige Lieblingsgegner von Söder noch?
Lange Zeit reichte es ja, wenn der CSU-Chef auf die Ampel eindrosch – und auf die Grünen im Besonderen –, um ein Bierzelt für sich zu gewinnen. Jetzt ist die Ampel Geschichte, eine ausschließlich grüne Projektionsfläche ist zu dünn, um eine Rede damit zu bestreiten. Volksfeststimmung gegen Berlin? Geht nur bedingt, weil man selbst im Bund regiert.
Gegen die SPD kann man sticheln, klar, aber auch nicht zu wild, Stichwort Koalitionsklima im Bund. Das gilt es auch in der eigenen Staatsregierung zu beachten, wenngleich die Freien Wähler ein gewichtiger Konkurrent bei den Kommunalwahlen sind. Die AfD ist ebenfalls Gegner der CSU, eine Rede zur Demokratie wäre aber kaum bierzelttauglich. Schon beim Auftakt der diesjährigen Volksfestsaison hatte sich gezeigt: Der Bierzelt-Söder 2025 ist noch in der Findungsphase.








