Die Bundesanwaltschaft hat für den Messerattentäter von Solingen die Höchststrafe beantragt: lebenslange Haft mit Feststellung der besonderen Schwere der Schuld und anschließender Sicherungsverwahrung.
Der 27-jährige Syrer hat die Tat gestanden. Lange habe er sich aber als Opfer von Manipulationen eines Telegram-Chatpartners dargestellt, sagte die Vertreterin der Bundesanwaltschaft. „Erst kurz vor Ende der Beweisaufnahme hat er sein wahres Gesicht gezeigt: dass des Dschihadisten und Islamisten.“
Bei dem Anschlag auf dem Stadtfest in Solingen waren im vergangenen Sommer drei Menschen durch Messerstiche getötet worden, mehrere weitere waren schwer verletzt worden. Die Bundesanwaltschaft wirft Issa al H. dreifachen Mord und zehnfachen versuchten Mord vor. Mit einem Urteil gegen ihn wird kommende Woche gerechnet, al H. steht seit Mai vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf.
Die Bundesanwaltschaft erklärte, seit Ende 2019 habe sich Issa al H. radikalisiert. Er bezeichnete seinen Messeranschlag als Rache für das Vorgehen Israels im Gazastreifen, ein anderes Mal als Vergeltung für Massaker an Muslimen in mehreren Ländern. Vor der Tat leistete er einen Treueschwur auf den IS-Kalifen und nahm ein Bekennervideo auf. Die Terrororganisation Islamischer Staat reklamierte den Messeranschlag für sich. „Es hat sich um einen der schwersten politisch-religiös motivierten Anschläge der vergangenen Jahre in der Bundesrepublik gehandelt“, sagte die Staatsanwältin.







