Chinas Hauptstadt steht still, nur die Panzer rollen. Um zehn Uhr Ortszeit beginnt am Mittwoch die größte Militärparade in der Geschichte der Volksrepublik. Staats- und Parteichef Xi Jinping wird auf der Tribüne sitzen, neben ihm der russische Präsident Wladimir Putin, Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un und zwei Dutzend weitere Staatschefs. Kein ranghoher Vertreter aus dem Westen wird dabei sein.

Seit Wochen wurden für Übungen immer wieder Teile der Innenstadt abgeriegelt, heimliche Handyaufnahmen zeigen Panzer, die durch Häuserschluchten donnern. Seit Montag sind Anwohner angewiesen, zu Hause zu bleiben. Schulen, Kindergärten und Büros sind teilweise geschlossen. Anlass für das Großereignis ist der 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs in Asien und Chinas Sieg über Japan.

China präsentiert moderne Hyperschallraketen und Unterwasserdrohnen

Die Parade ist auch ein Zurschaustellen von Pekings neuer Waffen-Power und erlaubt einen seltenen Blick auf die modernisierte Ausrüstung des chinesischen Militärs. Chinas Militärausgaben belaufen sich in diesem Jahr Schätzungen zufolge auf rund 230 Milliarden Euro. Nach den USA gibt kein Land mehr Geld für seine Verteidigung aus. Gleichzeitig steht das Militär seit Jahren wegen Korruptionsaffären im Fokus, mindestens 21 ranghohe Offiziere sind seit 2022 entlassen worden, gegen zwei ehemalige Verteidigungsminister laufen Ermittlungen. Was sind das also für Streitkräfte, die China der Welt an diesem Mittwoch vorführt?