Je näher der Tag rückt, an dem Matthias Podszus womöglich vor Gericht aussagen muss, desto unwohler wird ihm. Er müsste dann erzählen von all dem Leid, das er erfahren haben soll. Von den Stunden mit Johann Meier, in dessen Büro er als Kind immer zitiert worden sei. Von dem körperlichen Missbrauch, den er ihm angetan habe, vorgebeugt über den Schreibtisch, und von dem psychischen. „Mein Liebling“ habe Meier ihn immer genannt. Und dann waren da noch die drakonischen Strafen, die er in Pielenhofen, dem Vorschulinternat der Domspatzen, auf das Podszus Anfang der Neunzigerjahre ging, erlitten habe. Das ewig lange „Strafestehen“ in der Nacht im Waschraum, die Isolation von den Eltern.
Podszus will all das erzählen, denn er will recht bekommen vor Gericht. Als Erster hat er das Bistum Regensburg verklagt und fordert eine Millionensumme für Schmerzensgeld und Verdienstausfall. Podszus ist arbeitsunfähig und seit Jahren in psychotherapeutischer Behandlung – Folgen des Missbrauchs, sagt er. Er will also reden, aber er weiß nicht, ob er es auch kann. Zu schmerzhaft sind all die Erinnerungen. Nun aber wird er es wohl müssen.
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