Ein Jahr nach seinem Amtsantritt muss Nestlé-Konzernchef Laurent Freixe schon wieder gehen. Freixe wurde entlassen, weil er eine romantische Beziehung zu einer ihm direkt unterstellten Mitarbeiterin nicht offengelegt habe, teilte der Schweizer Lebensmittelkonzern am Montagabend mit. Dies sei ein Verstoß gegen den Verhaltenskodex des Unternehmens. Der Manager, der seit 39 Jahren für den Konzern arbeitet, werde keine Abfindung erhalten. Nachfolger wird Philipp Navratil, der bisher das Geschäft mit dem Konzernbereich Nespresso leitete und in der Konzernleitung sitzt. Unter der Leitung des schweizerisch-österreichischen Doppelstaatlers will der Hersteller von Maggi und Kitkat an der bisherigen Strategie und auch an den Finanzzielen festhalten.
Doch Investoren und Analysten sind besorgt: „Dies ist nicht die Art von Nestlé, die Dinge zu regeln, zwei Chef-Ablösungen in etwas mehr als einem Jahr zu haben“, sagte Jon Cox, Analyst bei Kepler Cheuvreux, am Dienstag. Im frühen Handel sackten die Nestlé-Aktien um mehr als zwei Prozent ab. Der abrupte Abgang ist der jüngste Vorfall in einer der turbulentesten Phasen der Firmengeschichte. Erst vor einem Jahr hatte Freixe Vorgänger Mark Schneider kurzfristig abgelöst. Zudem hat der langjährige Verwaltungsratspräsident Paul Bulcke vor zweieinhalb Monaten seinen Rücktritt für 2026 angekündigt, auch mit ihm sind Anleger unzufrieden. Der Firmenveteran Freixe hätte Nestle eigentlich in ruhigere Gewässer steuern und das Wachstum wieder ankurbeln sollen.












