Die gemeinsame Sache, die eine gute werden soll, erschien in blütenweißen Hemden: eines davon mit dem Stern auf der Brust, das andere mit dem Bundesadler. Mercedes-CEO Ola Källenius und Wolfgang Dürheimer von der ADAC Stiftung Sport verkünden am Rande des Formel-1-Rennens in den Niederlanden eine konzertierte Suchaktion, vom Automanager salopp so formuliert: „Vielleicht finden wir den nächsten Michael Schumacher ...“ Oder einen Sebastian Vettel oder Nico Rosberg. Tatsächlich, darunter können es der Konzern und kann es der deutsche Motorsport nicht machen. Rekordweltmeister Schumacher war ein Kind des Mercedes-Juniorprogramms, das ist jetzt 35 Jahre her. Das personelle Überangebot von Einheimischen, das noch im Jahr 2010 sieben deutsche Rennfahrer in einer Grand-Prix-Saison stellte, ist vorbei. In Nico Hülkenberg, 38, aus dem künftigen Audi-Werksteam hat die Autobahn-Nation noch einen Fahrer in der Königsklasse am Start.
Mit am Tisch in den Dünen von Zandvoort saß Mercedes-Teamchef Toto Wolff. Der Österreicher ist aus eigenem Interesse erfolgreicher Talenteförderer, der Rennstall hat ein professionelles Scout-System, das auch höchst effektiv erscheint: Dem entstammen der 18 Jahre alte Italiener Kimi Antonelli und der Brite George Russell, 27, die aktuell und in der kommenden Saison im Silberpfeil sitzen werden. Wolff weiß auch um die Marketingsicht: „Als deutsche Marke würden wir uns wünschen, dass wir in ein paar Jahren wieder einen Deutschen in der Formel 1 haben, den wir großgezogen haben.“ Er erzählt davon, wie einst der französische Automobilverband eine ähnliche Initiative gestartet hatte, der unter anderen die mehrfachen Rallye-Champions Sébastien Loeb und Sébastien Ogier entsprangen.






