PfadnavigationHomeGesundheitZunehmende FälleWie gefährlich ist eine Ehec-Infektion?Veröffentlicht am 01.09.2025Lesedauer: 5 MinutenIn Mecklenburg-Vorpommern steigen die EHEC-Infizierungen. Bereits 17 Menschen sind erkrankt. Vor dem Verzehr einer Zwiebelmettwurst wird nun dringend abgeraten, die Thüringer Firma habe EHEC-Erreger gefunden. Reporter Gerrit Schröder berichtet.Wurstwaren wurden bereits zurückgerufen: Ehec-Bakterien können schwere Erkrankungen verursachen. In Mecklenburg-Vorpommern infizierten sich fünf weitere Kinder. Die Gesamtzahl stieg auf 27. Wie können Sie sich schützen?In Mecklenburg-Vorpommern ist die Zahl erfasster Ehec-Infektionen inzwischen auf 27 gestiegen. Betroffen sind vor allem Kinder – einige wurden auf Intensivstationen betreut. Bei den neuen Infektionen handelt es sich um fünf Kinder zwischen 20 Monaten und sechs Jahren. Unter den neuen Fällen sind drei mit der schwerwiegenden Folgeerkrankung HUS, was zur Zerstörung der roten Blutkörperchen, Blutgerinnungsstörungen und Funktionsstörungen der Nieren führen kann.Auch in belgischen Seniorenheimen erkrankten etwa 20 Menschen an den Bakterien, mindestens vier Menschen starben laut der flämischen Behörde für Pflege und Gesundheit. Die Infektionsquelle ist jeweils noch unklar.Was ist Ehec?Ehec steht für enterohämorrhagische Escherichia coli und bezeichnet bestimmte krankmachende Stämme des Darm-Bakteriums, die vor allem bei Wiederkäuern wie Rindern vorkommen. Die Mikroben können zum Beispiel durch kontaminierte Lebensmittel auf den Menschen übertragen werden.Lesen Sie auchSie produzieren sogenannte Shigatoxine: starke Zellgifte, die bei Menschen schwere Durchfallerkrankungen sowie das sogenannte hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) verursachen können, eine Komplikation, die zu Nierenversagen führen kann. Kinder sind besonders gefährdet, weil ihr Immunsystem und ihre Organe noch nicht ausgereift sind.Gibt es einen Zusammenhang zwischen den Fällen?Wie und ob die Ausbrüche in Deutschland und Belgien zusammenhängen, könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen, sagt der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie, Tobias Tenenbaum. Allgemein seien Kitas und Seniorenheime besonders sensible Bereiche für Durchfallerkrankungen. „Es braucht noch eine gewisse Zeit, um herauszufinden, was die Ursache ist“, so der Kinderarzt. Die Dynamik unterscheide sich aber offensichtlich von Ehec-Fällen im vergangenen Jahr.Lesen Sie auchDie Suche nach dem Ursprung der Infektionen sei wie Detektivarbeit, erklärt Tenenbaum. In Befragungen müsse herausgefunden werden, ob die Betroffenen ähnliche Orte besucht oder ähnliche Mahlzeiten gegessen hätten. Als besorgniserregend würde er die aktuelle Situation derzeit nicht bezeichnen, man müsse nun aber dringend alle wichtigen Fragen klären. Die Ermittlungen liefen, hieß es. Die meisten Infektionen sind bisher aus den östlichen Landkreisen Vorpommern-Greifswald und Vorpommern-Rügen gemeldet worden. Kann ich mich gezielt vor einer Ansteckung schützen?Bisher ist das schwerlich möglich, weil die Quelle der aktuellen Infektionen in keinem der Fälle bekannt ist. Die Behörden in Mecklenburg-Vorpommern prüfen verschiedene mögliche Quellen wie Lebensmittel und Tierkontakte, haben bisher aber kein eindeutig identifizierbares Muster gefunden. In Belgien zeigten Laboranalysen, dass die Infektionen durch denselben Typ des Ehec-Bakteriums verursacht wurden, was auf eine gemeinsame Quelle für diese Infektionen hinweist – welche genau das ist, war zunächst ebenfalls unklar.Lesen Sie auchGenerell sind Hygiene und Vorsicht beim Umgang mit Lebensmitteln angebracht. Rohe tierische Produkte sollten gut durchgegart werden, Obst und Gemüse gründlich gewaschen. In welchen Lebensmitteln wurde Ehec nachgewiesen?Derzeit wird ein Zusammenhang mit einer Lebensmittelwarnung eines Fleischverarbeitungsbetriebs im thüringischen Schleiz geprüft. Die Schleizer Fleisch- und Wurstwaren GmbH rief ihre Zwiebelmettwurst in der 500-Gramm-Packung zurück. In einer Charge mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 27. August seien bestimmte toxinbildende Escherichia-coli-Bakterien (Ehec) nachgewiesen worden, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Die Keime können bei Menschen schwere Erkrankungen auslösen. Vom Verzehr der Wurst wird dringend abgeraten.
Zunehmende Fälle: Wie gefährlich ist eine Ehec-Infektion? - WELT
Wurstwaren wurden bereits zurückgerufen: Ehec-Bakterien können schwere Erkrankungen verursachen. In Mecklenburg-Vorpommern infizierten sich fünf weitere Kinder. Die Gesamtzahl stieg auf 27. Wie können Sie sich schützen?












