Eibenstock (dpa/sn) - Sachsen setzt sein Programm zur Auswilderung von Luchsen fort, streckt es aber zeitlich. Als sechstes Tier wurde jetzt im Forstbezirk Eibenstock Charlie in die Freiheit entlassen. Das Luchsmännchen (Kuder) war im Juli 2024 im Zoo Karlsruhe auf die Welt gekommen und dort die vergangenen Monate in einem Extragehege auf sein Leben in freier Wildbahn vorbereitet worden, wie das sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie mitteilte. Tierarzt Marco Roller hatte Charlie in der Nacht zum Montag auf seiner Fahrt nach Sachsen begleitet und musste nun Abschied nehmen.
Neben Sachsen haben aktuell auch Baden-Württemberg und Thüringen ein Auswilderungsprogramm für Luchse laufen. Populationen der Raubkatze gibt es zudem im Harz, im Bayerischen Wald und im Pfälzerwald - insgesamt etwa 100 Tiere. Sie stammen alle aus Auswilderungsprojekten vergangener Jahrzehnte.
Sachsen hatte im März 2024 die ersten Wildfänge aus der Schweiz ausgesetzt. Bis 2027 sollten ursprünglich 20 Tiere in den Wäldern um Eibenstock und in der Sächsischen Schweiz eine neue Heimat bekommen. Jetzt wird die Strategie angepasst und zeitlich bis 2032 gedehnt. Der Projektpartner Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz muss dafür aber noch Drittmittel einwerben.






