Wenn Anna Vinnitskaya heute junge Musikerinnen und Musiker bei Wettbewerben beobachtet, fühlt sie sich in einer ungewohnt komfortablen Position – auf der anderen Seite des Instruments. Die international gefragte Konzertpianistin und Professorin an der Hamburger Musikhochschule weiß, was es bedeutet, unter Druck zu spielen: 2007 gewann sie den Königin-Elisabeth-Wettbewerb in Brüssel – ein entscheidender Schritt auf ihrem Karriereweg. Seither ist sie selbst immer wieder Jurorin, in diesem Jahr auch beim ARD-Musikwettbewerb in München. Mit der SZ spricht sie über die Chancen und Schattenseiten des Wettbewerbsbetriebs, über ihre Verantwortung als Jurymitglied und warum Perfektion nicht alles ist.