PfadnavigationHomePanorama„Catcalling“Starren, Pfeifen, Nachrufen – SPD will sexualisierte Gesten und Beleidigungen bestrafenVeröffentlicht am 01.09.2025Lesedauer: 2 MinutenEin Katzensymbol neben einem anzüglichen Kommentar als ProtestWenn einer Person etwa nachgepfiffen oder sie angestarrt wird, dann spricht man vom sogenannten „Catcalling“. Die SPD will solchen und ähnlichen übergriffigen Verhaltensweisen ein Ende setzen und sie unter Strafe stellen.Verbale sexuelle Belästigung will die SPD-Bundestagsfraktion strafbar machen. Zum sogenannten „Catcalling“ sagt die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Sonja Eichwede in einem „Stern“-Interview: „Diese Gesetzeslücke muss geschlossen werden. Solch ein Verhalten können wir nicht tolerieren.“ Es geht um obszöne und sexuelle Gesten, Rufe, Beleidigungen, aber auch schon dem auffälligen Anstarren oder Nachpfeifen. Oft von Männern gegenüber Frauen. Solche sexuellen Belästigungen würden die Opfer, in aller Regel Frauen oder Mädchen, massiv einschüchtern, so Eichweide. Sie fordert: „Nicht die Opfer sollten ihr Verhalten ändern, sondern die Täter.“ Eichweide verweist auf Studien, wonach häufig Frauen ihr Verhalten änderten und sich zum Teil aus dem öffentlichen Leben zurückziehen würden. „Dem müssen wir entschieden entgegenwirken“, fordert Eichwede. Modernisierung des StrafgesetzbuchesSie schlägt zunächst Geldstrafen vor. „Solche Fragen müssen aber in einem Gesetzgebungsverfahren geklärt werden“, sagt Eichwede. „Im Koalitionsvertrag ist vereinbart, eine Modernisierung des Strafgesetzbuches anzugehen und zu schauen, wo es Anpassungsbedarf gibt. Aus unserer Sicht gehört verbale sexuelle Belästigung dazu.“ Bislang gehört die verbale sexuelle Belästigung im juristischen Sinne nicht als Beleidigung oder persönliche Herabsetzung. Der Bundesgerichtshof habe in einem Urteil von 2017 festgestellt, dass eine entsprechende Gesetzeslücke vorliege. „Wir sprechen hier von gezielter, erheblicher, mündlicher sexueller Belästigung.“ Lesen Sie auchDeutschland wäre nicht das erste Land, das diesen Schritt geht: Seit Juli 2024 ist sexuelle Belästigung im öffentlichen Raum in den Niederlanden strafbar. Dazu gehört auch „Catcalling“. Kurz nach Inkrafttreten des Gesetzes ist erstmals ein Mann zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Lesen Sie auchEr hatte nach Zeugenaussagen im August 2024 im Zentrum von Rotterdam eine junge Frau belästigt, zunächst mit sexuellen Bemerkungen und Zurufen, dann war er ihr allerdings sogar hinterhergelaufen und hatte sie festgehalten. Ordnungskräfte hatten dies beobachtet. Sie sahen, dass die Frau versucht hatte, den Mann abzuwehren. Vor Gericht verweigerte der Mann die Aussage. Sein Verhalten war nach Ansicht des Richters „erniedrigend, angsteinjagend und entehrend“. Auch in Frankreich und Portugal soll es für „Catcalling“ bereits Geldstrafen geben, in Spanien sind angeblich sogar Haftstrafen möglich.dpa/fro
„Catcalling“: Starren, Pfeifen, Nachrufen – SPD will sexualisierte Gesten und Beleidigungen bestrafen - WELT
Wenn einer Person etwa nachgepfiffen oder sie angestarrt wird, dann spricht man vom sogenannten „Catcalling“. Die SPD will solchen und ähnlichen übergriffigen Verhaltensweisen ein Ende setzen und sie unter Strafe stellen.







