Dass der Mann, der beim 1:0-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach eigentlich für die Startelf vorgesehen war, anderweitig beschäftigt sein würde, stand bereits seit einigen Tagen fest. Dass Nick Woltemade am Samstag aber so gar keine Rolle mehr spielen würde, war doch überraschend. Kein Spruchband war zu sehen, das sich dem nach Newcastle Geflüchteten gewidmet hätte, Woltemade blieb trotz grundsätzlich enormer Körperhöhe unsichtbar. Stattdessen widmete sich die Stuttgarter Fangemeinde den bleibenden Dingen rund um ihren Herzensklub. Zum 100. Jubiläum des „Bruschdrings“, also der roten Querung auf dem im Idealfall weißen Trikot, gab es eine aufwendige Choreografie über alle vier Tribünenseiten zu sehen, die die alten Recken von Ottmar Hitzfeld und Hermann Ohlicher über Hansi Müller bis Cacau zeigte.
Im Spiel, das kurz zuvor zu Ende gegangen war, hatte man allerdings durchaus gemerkt, welche Lücke der Abschied der neuen Recken Nick Woltemade und Enzo Millot in der Stuttgarter Offensive hinterlassen hatte. Nach einer guten Stuttgarter Anfangsphase war Gladbach bis zur Pause die torgefährlichere Mannschaft. Und das eben auch, weil die wenigen Bälle, die beim VfB vorne ankamen, schnell wieder bei den Gladbacher Füßen landeten. Den Ball in den eigenen Reihen behaupten zu können, ist eine der ganz großen Stärken von Woltemade, der diese künftig im Nordosten Englands ausspielen wird.






