Nach tagelangen Protesten und Unruhen wollen die politischen Parteien in Indonesien eine Reihe von Vergünstigungen für Parlamentarier streichen. Dies teilte Präsident Prabowo Subianto am Sonntag mit. In dem südostasiatischen Land hatte es landesweit regierungskritische Demonstrationen gegeben, die sich unter anderem gegen Sonderzahlungen und Wohnungszuschüsse für Abgeordnete richteten. Dabei kamen in den vergangenen Tagen mindestens fünf Menschen ums Leben.

Allein drei von ihnen waren gestorben, nachdem Demonstranten das Parlamentsgebäude in der Provinz Süd-Sulawesi in Brand gesetzt hatten. Nach Behördenangaben waren sie in dem brennenden Gebäude in der Stadt Makassar eingeschlossen.

Demonstranten hatten am Samstag weitere Parlamentsgebäude in Brand gesetzt. Betroffen seien West-Nusa-Tenggara, Pekalongan in Zentraljava und Cirebon in Westjava, berichteten örtliche Medien. Die Polizei setzte in mehreren Städten Tränengas ein, um Menschenmengen auseinanderzutreiben. In der Stadt Cirebon plünderten Demonstranten zudem Parlamentsbüros.

Präsident Prabowo Subianto sagte angesichts der Unruhen eine geplante Reise nach China zum SCO-Gipfel ab. „Der Präsident will die Lage in Indonesien weiterhin direkt beobachten und nach den besten Lösungen suchen“, sagte sein Sprecher in einer Video-Erklärung. „Daher entschuldigt sich der Präsident bei der chinesischen Regierung, dass er der Einladung nicht nachkommen kann.“ Prabowo sollte am 3. September auch an einer Parade zum 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs teilnehmen.