PfadnavigationHomePanoramaVor den Zug gestoßen?„Hörte Schreie am Telefon“ – Verzweifelte 16-Jährige rief vor ihrem Tod Großvater anVeröffentlicht am 02.09.2025Lesedauer: 3 MinutenAm 11. August wurde ein ukrainisches Mädchen in Friedland von einem Zug erfasst. Ein 31-jähriger Iraker soll die 16-Jährige auf die Gleise geschubst haben. Der Großvater des Mädchens hörte ihre verzweifelten Schreie am Telefon.Neue Details über den Tod einer 16-Jährigen, die in Friedland vor den Zug gestoßen wurde: Das Mädchen war sich der Gefahr bewusst, in der es sich befand. Als verdächtig gilt weiterhin ein Iraker, der in die Psychiatrie eingewiesen wurde.Der offenbar gewaltsame Tod eines 16-jährigen Mädchens auf dem Bahnhof im niedersächsischen Friedland sorgt weiter für Entsetzen. Insbesondere auch deshalb, weil immer mehr Details des Vorfalls ans Licht kommen. Die 16-Jährige hatte offenbar kurz vor ihrem Tod in ihrer Angst noch ihren Großvater angerufen. Dieser machte sich zwar sofort auf den Weg zu ihr. Doch es war zu spät. „Ihr Opa musste alles mitanhören“, zitiert die „Bild“-Zeitung den Bürgermeister Markus Janitzki (40) aus Geisleden in Thüringen. „Er hörte Schreie, dann nur noch Zugrauschen.“Nach bisherigem Ermittlungsstand soll ein 31-jähriger Mann die Jugendliche gegen einen durchfahrenden Güterzug gestoßen haben. Der irakische Staatsangehörige wurde inzwischen in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen. Er werde dringend verdächtigt, die Jugendliche durch den Stoß gegen den mit einer Geschwindigkeit von etwa 100 Kilometern pro Stunde durchfahrenden Zug getötet zu haben.Iraker hatte Alkohol im BlutKurz zuvor war demnach die Polizei zu dem Bahnhof gerufen worden, weil ein Mann randaliere. Als eine Streife dort eintraf, fand sie unter anderem den 31-Jährigen vor. Dieser habe von sich aus die Beamten angesprochen und sie zu dem Leichnam der Jugendlichen auf dem Bahnsteig geführt. Dabei habe er ruhig gewirkt und angegeben, er habe das Mädchen dort liegen sehen. Ein dringender Tatverdacht sei zu diesem Zeitpunkt nicht erkennbar gewesen. Ein Alkoholtest habe einen Wert von 1,35 Promille ergeben.Lesen Sie auchZunächst war die Polizei daraufhin von einem tödlichen Unfall ausgegangen. Am Abend sei der 31-Jährige dann in einer Aufnahmeeinrichtung, wo er untergebracht war, durch aggressives Verhalten aufgefallen und in eine Fachklinik für Psychiatrie gebracht worden. Zwischenzeitlich vorgenommene DNA-Untersuchungen hätten dann Spuren des Mannes an der Schulter des getöteten Mädchens ergeben. Diesen Spuren zufolge sei von einem „kräftigen“ Griff auszugehen. Es sei daraufhin gegen den Mann ein Unterbringungsbefehl wegen dringenden Verdachts auf Totschlag erlassen worden. Über eine vorherige Verbindung zwischen dem Tatverdächtigen und seinem mutmaßlichen Opfer ist laut Staatsanwaltschaft nichts bekannt. Der 31-Jährige äußerte sich demnach nicht zu den Vorwürfen gegen ihn.Eltern hatten Zweifel an der Version eines UnfallsDie Eltern der Jugendlichen hatten bereits früh Zweifel an der anfänglichen Unfallvermutung geäußert. Die 16-Jährige, die mit ihrer Familie aus dem ukrainischen Mariupol geflohen war, galt als äußert zuverlässig. Sie hatte nach ihrem Schulabschluss eine Ausbildung bei einem Zahnarzt begonnen und war für ihre jüngeren Geschwister eine Bezugsperson. Lesen Sie auchLaut einem NDR-Bericht war bei dem 31-Jährigen in der Vergangenheit eine „paranoide Schizophrenie“ diagnostiziert worden. Den Angaben der Staatsanwaltschaft zufolge hatte der Mann erstmals im August 2022 in Braunschweig einen Asylantrag gestellt. Dieser sei abgelehnt und eine Abschiebung nach Litauen angeordnet worden. Eine Klage dagegen wies das Verwaltungsgericht Göttingen im Februar 2025 zurück. Ein Antrag auf Abschiebehaft war am 17. Juli vom Amtsgericht Hannover abgelehnt worden, da keine erhebliche Fluchtgefahr bestehe. Der Mann habe sich daraufhin erneut als Asylsuchender in der Aufnahmestelle Friedland gemeldet. Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (57, SPD) zeigte sich bestürzt über den Tod der 16-Jährigen: „Es ist den Bürgerinnen und Bürgern nicht vermittelbar, dass sich Personen jahrelang in Deutschland aufhalten, obwohl ein ganz anderer EU-Staat für sie zuständig ist.“AFP/dpa/kami
Friedland: „Hörte Schreie am Telefon“ – Verzweifelte 16-Jährige rief vor ihrem Tod Großvater an - WELT
Neue Details über den Tod einer 16-Jährigen, die in Friedland vor den Zug gestoßen wurde: Das Mädchen war sich der Gefahr bewusst, in der es sich befand. Als verdächtig gilt weiterhin ein Iraker, der in die Psychiatrie eingewiesen wurde.








