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enn ich, so wie dieser Tage, einen neuen Roman veröffentliche, werde ich in Interviews oft gefragt, ob er politisch sei. Ich überlege dann immer, welche der vielen möglichen Antworten ich geben soll. Eine der fundamentalsten lautet: Natürlich, denn sobald ich ein literarisches Subjekt erschaffe, es denken, sprechen und agieren lasse, erschaffe ich die Bedingungen mit, unter denen dies geschieht, ob unbewusst oder bewusst. Und schließlich sind Schreibende wie ich, deren Köpfen und Herzen diese Subjekte entspringen, Teilnehmende unserer Gegenwart, von ihr irritiert, überrascht, herausgefordert, in selteneren Fällen beglückt, jedenfalls geprägt.