Rosen wachsen in der weitläufigen Gartenlandschaft. Wege führen an gestutzten Hecken, an einer Art Orangerie und an einem Swimmingpool vorbei, die wuchtigen weißen Gebäude sind symmetrisch angeordnet und erinnern an ein Barockschloss. Doch das hier ist nicht Frankreich oder Italien, sondern ein kleiner Ort mitten auf dem ungarischen Land, festgehalten auf einem wackeligen Handyvideo. Bei Felcsút westlich von Budapest haben einst die Habsburger ein Landgut gebaut, von dem nach dem Zweiten Weltkrieg allerdings nur Ruinen übrig blieben. Warum sich auf dem über Jahrzehnte verwilderten Gelände heute wieder ein luxuriöses Anwesen mit dem Namen Hatvanpuszta befindet und wer darauf lebt, ist eine Frage, die Ungarn seit Jahren beschäftigt. Seit diesem August bringt sie auch den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán in Bedrängnis.