Wenn Optik und Inhalt nur schwer in Einklang zu bringen sind, sprechen Medienmacher gerne von einer „Text-Bild-Schere“. Weiter auseinanderklaffen als bei einem Gespräch mit Michel Friedman kann die Schere eigentlich kaum: In seinem neuen Buch „Mensch!“ beschreibt der 69-jährige Rechtsanwalt und Publizist all die Gefahren, denen unsere Demokratie ausgesetzt ist – und das sind viele – mit eindringlicher Verve. Beim Videogespräch zu dem Buch wirkt Friedman aber top gelaunt und munter, sein Gesicht strahlt, obwohl die Sonne blendet. Friedman sitzt auf der Terrasse eines Cafés, himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt.