Na und? Das war die Frage, die sich Jan-Lennard Struff nach knapp dreieinhalb Stunden Spielzeit im Stadium 17 stellte. Völlig egal, dass er bislang seine schlechteste Saison seit einem Jahrzehnt absolviert. Völlig egal, dass er nur im Hauptfeld der US Open steht, weil ihn während der Qualifikation eine Regenpause vor dem Scheitern rettete. Völlig egal, dass der an elf gesetzte Gegner Holger Rune aus Dänemark ein Fitness-Freak ist – und er nun mit 35 der älteste deutsche Tennisprofi wäre, der je bei einem Grand-Slam-Turnier einen Top-20-Spieler besiegen würde. Alles egal. Das Motto von Struff: Wenn ich jetzt verliere, dann aber ganz sicher nicht, weil ich ängstlich, nervös oder verkrampft agiere.

In diesen fünften Satz war Struff auch deshalb gekommen, weil Rune oft ängstlich, nervös und verkrampft agiert hatte, im dritten Durchgang sogar grottenschlecht. Die letzten beiden Spiele zum 7:6(5), 2:6, 6:3, 4:6, 7:5 spielte Struff so, als wäre er der Top-20-Spieler – der er nie gewesen ist; seine höchste Position war 21 im Juni 2023. Den Breakball zum 6:5 verwandelte Struff mit einer Inside-In-Vorhand, die man nicht sehen musste – das Geräusch genügte: Niemand erreicht so einen „Waffff“-Schlag, nichtmal der roadrunnerhafte Rune. Aufschlagspiel zum Sieg: Rückhand-Waffff, Ass, Vorhand-Waffff, und zum Abschluss noch ein Ass.