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Zölle USA Europa: Der Zoll-Deal verpufft – jetzt muss die EU bereit sein zu kämpfen US-Präsident Donald Trump setzt die Zolleinigung außer Kraft und legt willkürlich Zölle fest. Die EU-Strategie des Nachgebens war vergeblich. Ein Kommentar.
KOMMENTAR von Daniel Goffart 27.08.2025 - 10:32 Uhr Am US-Arbeitsministerium hängt seit Anfang der Woche ein überdimensioniertes Trump-Porträt. Foto: APMit dem Argument, dass in Autos und Maschinen Stahl verbaut werde, rechtfertigt Trump jetzt höhere Zölle als die vereinbarten 15 Prozent auf Hunderte Industriegüter. Damit nimmt er nach der Autoindustrie jetzt auch den Maschinen- und Anlagenbau als zweite deutsche Paradebranche ins Visier. Vor allen Dingen zeigt die neueste Volte aus Washington, dass Vereinbarungen mit Trump das Papier nicht wert sind, auf dem sie geschrieben werden.Damit misslingt auch der Versuch von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, das Diktat vom schottischen Golfplatz mit dem Argument zu rechtfertigen, dass man trotz erheblicher Nachteile mit dem Abschluss eines Deals immerhin Planungssicherheit und Verlässlichkeit habe.Vertragstreue? Pustekuchen!Trump macht, was er will. Und daran wird sich nichts ändern, solange er die Chance sieht, immer neue Vorteile für sich oder die USA herauszuschlagen. Dass er den Schutz amerikanischer Technologieunternehmen vor ausländischer Regulierung allen Ernstes als Teil der „digitalen, nationalen Souveränität der USA“ bezeichnet, zeigt seinen völligen Unwillen, internationales Recht zu akzeptieren. Nur so erklärt sich auch seine Forderung, die EU dürfe ihre Gesetze wie den Digital Markets Act oder den Digital Service Act nicht auf US-Digitalkonzerne anwenden, die in Europa Geschäfte machen.US-Zölle „Amerika ist abhängiger von Europa, als man uns vormachen will“ Kommentar von Herbert DiessDieser vollkommen inakzeptable Anspruch, einige Unternehmen über das Recht zu stellen und sich seine Regeln auch außerhalb der USA jederzeit selbst zu machen, stößt in Brüssel zu Recht auf wütende Ablehnung – vor allen Dingen im Europäischen Parlament.Was folgt daraus? Die Europäer müssen leider erkennen, dass man mit Trump keine belastbaren Vereinbarungen treffen kann. Die einzige Sprache, die er versteht, ist die der Stärke. Zwar hat die Kommission für den Fall eines „No-Deals“ bereits einen sorgfältig ausgearbeiteten Gegenplan entwickelt, der die USA hart treffen würde. Aber bis jetzt hat man in Brüssel gekuscht und gehofft, alles wird gut.Für diese Zuversicht – man kann es auch Blauäugigkeit nennen – gibt es nun keinen Grund mehr. Europa mit 450 Millionen Konsumenten ist gegenüber den USA mit 347 Millionen Einwohnern nicht machtlos. Vielleicht sollte man sich ein Beispiel an China nehmen. Die konsequente Gegenwehr in Peking war erfolgreicher als die Unterwerfung Europas.Auch Trump ist abhängig von einer funktionierenden Wirtschaft, auch er braucht florierende Märkte, um seine horrenden Staatsschulden bedienen zu können. Ein Handelskrieg hilft keinem, auch Trump nicht. So wie sich die Dinge im Zollstreit entwickeln, darf die EU den Gang in die Waffenkammer nicht mehr scheuen. Die Chancen, dann zu einem besseren Ergebnis zu kommen, sind besser als das fortgesetzte Nachgeben.Dieser Beitrag entstammt dem WiWo-Newsletter Daily Punch. Der Newsletter liefert Ihnen den täglichen Kommentar aus der WiWo-Redaktion ins Postfach. Immer auf den Punkt, immer mit Punch. Außerdem im Punch: der Überblick über die fünf wichtigsten Themen des Tages. Hier können Sie den Newsletter abonnieren.Zur Startseite










