PfadnavigationHomeWissenschaft„Gefährliche Politisierung“Chefin der US-Seuchenschutzbehörde nach nur einem Monat entlassen – Kennedys Vize rückt aufVeröffentlicht am 01.09.2025Lesedauer: 3 MinutenGesundheitswissenschaftlerin Susan MonarezQuelle: REUTERS/Kevin MohattStellenstreichungen, Rücktritte und hitzige Kontroversen erschüttern die US-Gesundheitsbehörde CDC seit Monaten. Nach Streitigkeiten mit dem US-Gesundheitsminister wurde die Direktorin entlassen. Ein Interimsleiter ist bereits gefunden.US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy hat Berichten zufolge einen Vertrauten an die Spitze der Gesundheitsbehörde CDC beordert. Zuvor war die erst vor wenigen Wochen zur Leiterin ernannte Susan Monarez nach einem Konflikt mit Kennedy entlassen worden. Das Weiße Haus habe Kennedys Stellvertreter Jim O’Neill zum Interimsleiter bestimmt, berichtete die „Washington Post“ unter Berufung auf mit der Entscheidung vertraute Personen. Monarez hatte noch am Mittwoch per Anwalt mitgeteilt, dass sie nicht zurücktreten werde und nur von US-Präsident Donald Trump gekündigt werden könne. Daraufhin habe die Regierung ihre Anstellung beendet, sagte ein Sprecher des Weißen Hauses der „Washington Post“. Ihren Anwälten zufolge hatte sich Monarez davor geweigert, Kennedys Forderungen nachzukommen, Experten ihres Gremiums zu entlassen. Monarez habe sich laut „New York Times“ zudem geweigert, die umstrittenen Änderungen der Impfvorgaben mitzutragen. Am Mittwochabend (Ortszeit) hatte das US-Gesundheitsministerium die Direktorin für entlassen erklärt. Ihre Anwälte Mark Zaid und Abbe David Lowell betonten zunächst in einer Erklärung, sie sei weder zurückgetreten noch sei ihr mitgeteilt worden, dass sie entlassen worden sei.Als die Direktorin „sich weigerte, unwissenschaftliche und leichtsinnige Anweisungen einfach abzunicken und engagierte Gesundheitsexperten zu entlassen, stellte sie den Schutz der Öffentlichkeit über politische Interessen“, schrieben die Anwälte später. Dafür sei sie ins Visier genommen worden. Und weiter: „Dabei geht es nicht nur um eine einzelne Beamtin. Es geht um den systematischen Abbau öffentlicher Gesundheitsinstitutionen, das Schweigen von Fachleuten und die gefährliche Politisierung der Wissenschaft. Der Angriff auf Dr. Monarez ist eine Warnung an alle Amerikaner: Unsere evidenzbasierten Strukturen werden von innen heraus untergraben.“Lesen Sie auchDie 50-Jährige war die 21. Direktorin der Behörde und die erste, die nach einem Gesetz aus dem Jahr 2023 vom US-Senat bestätigt wurde. Sie wurde im März für das Amt nominiert, nachdem Präsident Donald Trump überraschend seinen ursprünglichen Favoriten David Weldon zurückgezogen hatte. Ihre Vereidigung erfolgte am 31. Juli – also vor weniger als einem Monat. Damit ist sie die CDC-Direktorin mit der kürzesten Amtszeit in der 79-jährigen Geschichte der Behörde.Lesen Sie auchWährend ihres Bestätigungsverfahrens im US-Senat erklärte Monarez, sie schätze Impfungen, Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit und fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse. Sie wich jedoch größtenteils Fragen aus, ob diese Haltung sie in Widerspruch zu US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. bringe. Kennedy ist als langjähriger Impfskeptiker bekannt. Er hat frühere Protokolle und Entscheidungen der CDC kritisiert und versucht, sie teilweise abzuschaffen. In diesem Jahr wurde die Behörde von massiven Stellenstreichungen, Rücktritten wichtiger Führungskräfte und heftigen Kontroversen erschüttert – ausgelöst durch die Aufhebung langjähriger Impfpolitiken durch Kennedy.AP/DPA/pfi/dol
Chefin der US-Seuchenschutzbehörde gibt Posten nach nur einen Monat auf - WELT
Stellenstreichungen, Rücktritte und hitzige Kontroversen erschüttern die US-Gesundheitsbehörde CDC seit Monaten. Nach Streitigkeiten mit dem US-Gesundheitsminister wurde die Direktorin entlassen. Ein Interimsleiter ist bereits gefunden.











