Düsseldorf. SPD-Chef Lars Klingbeil ging es um ein starkes Signal: Seine Partei dringe auf einen baldigen Stahlgipfel, um angesichts der hohen Energiepreise und der US-Zölle über Hilfen zu reden und die Weichen für den klimaneutralen Umbau der Stahlindustrie zu stellen. Das sagte der Vizekanzler und Bundesfinanzminister vor wenigen Tagen den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Der Zeitpunkt für Klingbeils Vorstoß ist brisant, denn die Branche steckt wegen hoher Energiekosten, schwacher Nachfrage und massiven Importdrucks in einer existenziellen Krise. Doch trotz der verfahrenen Situation bleibt der Applaus der Stahlindustrie aus. Statt eines weiteren Gesprächsformats verlangen die Stahlhersteller konkrete Maßnahmen – wettbewerbsfähige Energiepreise, wirksamen Handelsschutz und klare Förderzusagen für den klimaneutralen Umbau.

Dem Handelsblatt sagte der Chef des Stahlherstellers Salzgitter, Gunnar Groebler, ein Stahlgipfel könne zwar ein Signal setzen. Doch er dürfe sich nicht darauf beschränken, „uns gegenseitig die Probleme zu beschreiben“. Es gebe in der Politik und der Stahlindustrie kein Erkenntnisproblem. Was es brauche, seien messbare Entscheidungen und Fortschritte. „Die Politik muss ins Tun kommen, die Lage ist ernst.“