Am von Chinesen gebauten Flughafen in Siem Reap muss das Visum mit US-Dollars bezahlt werden, das sagt schon viel über den Zustand Kambodschas aus. Das Land mit seinen 17 Millionen Einwohnern hängt am Tropf von Peking. Und die eigene Währung ist so instabil, dass man lieber auf eine andere ausweicht. Die wirtschaftliche Schwäche des Landes ist der maßgebliche Auslöser für den aktuellen Konflikt mit Thailand.

Am Mittwoch soll ein Treffen des Grenzkomitees beider Länder am Übergang Chong Sa-ngam stattfinden, in der Konfliktzone. Momentan hält die Waffenruhe, doch am Montag erklärte Generalleutnant Boonsin Padklang, Kommandeur der Zweiten Armee Thailands, vor Journalisten in Bangkok, er habe seinen Soldaten die Genehmigung erteilt, sofort zurückzuschlagen, sollten kambodschanische Truppen in thailändisches Hoheitsgebiet eindringen. Die Ankündigung folgte auf Berichte, wonach kambodschanische Soldaten, vermutlich aus der persönlichen Garde von Kambodschas Herrscher Hun Sen, 73, in der Nähe der Grenze gesichtet wurden.

Die Auszeichnung als Unesco-Welterbe zieht viele Touristen an

Neben nationalen Egos geht es um Geld und darum, dass man vor allem in Kambodscha von anderen Problemen ablenken will. Beispielsweise von der Perspektivlosigkeit, die maßgeblich Hun Sen zu verantworten hat. Von 1985 bis 2023, fast vier Jahrzehnte lang, war er Präsident des Landes. Er hat in dieser Zeit die Opposition brutal zerschlagen, die Meinungsfreiheit de facto abgeschafft und das Land in eine Kleptokratie verwandelt. Anschließend installierte er seinen Sohn, Hun Manet, im höchsten Amt. Doch niemand zweifelt daran, dass der Vater immer noch die Macht in Händen hält.