Vor Freitagen hat Sergej Markow nie Angst haben müssen. Zittern mussten Putin-Gegner, russische Regierungskritiker. Denn an Freitagen erneuert das russische Justizministerium seine Liste der „ausländischen Agenten“. Wer da draufsteht, für den ändert sich das Leben. Es ist eine Art Bannstrahl, der Beginn von Schikanen und stärkerer staatlicher Aufsicht. „Ausländische Agenten“ werden gebrandmarkt, gemieden, oft juristisch verfolgt. Sergej Markow ist das nicht genug gewesen. Der 67-Jährige ist einer der bekanntesten russischen Politologen, ein großer Anhänger Putins und seines Kriegs gegen die Ukraine. Vor einem Jahr forderte er, mit „ausländischen Agenten“ noch härter umzugehen: Sie müssten „von unserem Informationssystem abgekoppelt werden, von der Möglichkeit, zum russischen Publikum zu sprechen“, sagte er. Am vergangenen Freitag stand plötzlich auch Markow auf der Liste. Wie kam er da nur hin?
Wie der Unterstützer Putins zum ausländischen Agenten wurde
Sergej Markow unterstützte stets Putin und den russischen Angriff auf die Ukraine. Nun hat er offenbar einen Fehler gemacht.






