Sofiia Hrynchak betritt die Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit. Viel ist nicht los an diesem Vormittag im August: Nur selten kommt überhaupt jemand durch die weit aufgerissenen Türen der Arbeitsagentur im Münchner Stadtbezirk Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt.
Hrynchak, 17 Jahre alt, hat an diesem Vormittag einen Beratungstermin, denn sie hat bisher noch keinen Ausbildungsplatz gefunden. Die gebürtige Ukrainerin lebt seit drei Jahren in Deutschland, in diesem Jahr schloss sie die Schule mit der Mittleren Reife ab. Sie möchte gerne eine Ausbildung zur Mediengestalterin absolvieren. Das Problem: „Es gibt nicht so viele Stellen in diesem Bereich“, sagt sie. Deshalb habe sie sich seit Juni überhaupt nur auf etwa fünf Stellen beworben.
Ursprünglich wollte sie am SAE Institute München lernen, bis sich herausstellte, dass die Ausbildung dort sehr teuer ist. Als Alternative zum Ausbildungsplatz könnte sie jetzt in ein Programm der Arbeitsagentur für berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen aufgenommen werden. Allerdings „ist nicht sicher, ob die mich nehmen“, sagt Hrynchak – denn die Plätze seien begrenzt.
So wie Sofiia Hrynchak geht es derzeit vielen Jugendlichen. Theoretisch müsste es angesichts von Fachkräftemangel und demografischem Wandel für junge Menschen ein Leichtes sein, einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Obwohl viele Ausbildungsplätze frei sind, suchen jedoch viele vergeblich nach einer Ausbildungsstelle. Es sind die sogenannten „unversorgten Bewerber“.











