Da sage noch einer, Spitzenpolitiker ließen sich nicht bewegen: Niemand Geringerer als Kulturstaatsminister Wolfram Weimer betritt am Sonntagabend den blauen Teppich des Münchner Arri-Kinos und folgt geduldig den Anweisungen der vor ihm stehenden Fotografen. Neben ihn drängen sich einige prominente Kulturschaffende – und tun es ihm gleich. „Bitte nach rechts schauen“, heißt es da. Oder: „Jetzt geradeaus.“ Der Minister lächelt und folgt, er schaut nach rechts, nach vorn, sogar nach links.
Weimer hat aber auch allen Grund zur Freude, als höchster Kulturvertreter des Landes ist er ohnehin bei Kulturveranstaltungen jeglicher Art willkommen. Die Weltpremiere der Literaturverfilmung „22 Bahnen“ liege ihm ganz besonders am Herzen, verrät er bei einem kurzen Gespräch nach dem Fototermin: „Ich habe mich in Caroline Wahls Buch verliebt, da kannte es noch niemand“, sagt er stolz. Das Ganze trug sich im Jahr 2023 zu, als er noch kein Minister und sie keine Bestsellerautorin war: Da wurde Wahls Debütroman mit dem Grimmelshausen-Preis ausgezeichnet, er selbst saß damals in der Jury.
Zwei Jahre später hat sich Caroline Wahls Buch etwa eine Million Mal verkauft. Und da sich bei solchen Wahnsinnszahlen Filmmenschen ebenfalls blitzverlieben, wurde die berührende Geschichte um eine Mathematikstudentin, ihre kleine Schwester und die alkoholkranke Mutter blitzschnell verfilmt. Der Film heißt natürlich genauso wie das Buch, auf den bei der Premiere aufgehängten Plakaten sieht man die schwimmende Mathestudentin im Tauchgang. Gespielt wird sie von der vielbeschäftigten jungen Schweizerin Luna Wedler, gefilmt wurde im Sommerbad Gauting.








