Der Elfmeterdeuter

Mehr als eine Dekade ist vergangen seit jener Karrierephase, in der Thomas Müller der vielleicht beste Elfmeterschütze der Welt war. Eine überragende Bilanz hatte der junge Müller der Jahre 2014 und 2015, der die Torhüter immer lange anschaute und ins falsche Eck springen ließ. Das funktionierte so lange, bis sie einfach zurück starrten, stehen blieben und den sonst so stilsicheren Pähler in die Verzweiflung trieben: Er werde sich „künftig auf Fußball konzentrieren“ und die Kollegen Elfmeter schießen lassen, sagte Müller einmal, 2016, und schoss danach nur noch fünf Strafstöße in seiner Karriere. Bis nach Vancouver hat sich das alles aber offenbar nicht herumgesprochen. Dort gaben sie ihm den Ball, am Samstagabend, in der elften Minute der Nachspielzeit, beim Stand von 2:2 gegen St. Louis – die Geschichte war einfach zu gut: Müller die Chance zu geben, in seiner ersten Startelf-Partie für die Whitecaps den Siegtreffer zu erzielen. Blieb nur noch der Schuss: Hoch unter die Latte traf Müller, der altbekannte Torhüter Roman Bürki flog in die falsche Ecke, Vancouver gewann das Spiel. Felix Haselsteiner

MeinungAuftaktspieltag der Bundesliga

Glückwunsch zum Titel, FC Bayern!