Münchner wie Touristen schwärmen für die stattlichen Fleischpflanzerl der Landmetzgerei Friedl auf dem Viktualienmarkt. Schon um 9 Uhr morgens schiebt Thi Thu Nguyen große Bleche in den heißen Ofen; dicht an dicht reihen sich darauf die rosa Laiberl, für die mittags die Leute Schlange stehen. Eben hat die junge Vietnamesin schwere Kastenformen mit frisch gebackenem Leberkäse herausgehoben, der würzig duftet. Doch so gefragt seine Fleisch- und Wurstwaren auch sind, Metzgerei-Inhaber Georg Weil hilft das wenig bei der Suche nach Auszubildenden für den Verkauf. Er schaltet Anzeigen, spricht vor Mittelschulklassen – ohne Erfolg. „Das Interesse für den Beruf ist einfach nicht mehr da“, sagt Weil. „An der Berufsschule sehen sie fast keine deutschen Lehrlinge mehr.“