Die Aussichten auf ein baldiges Treffen zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem ukrainischen Staatschef Wolodimir Selenskij schwinden. Der Kreml zögerte eine eindeutige Zusage zunächst hinaus und widersprach schließlich dem Zeitplan, den Bundeskanzler Friedrich Merz zuvor ins Spiel gebracht hatte. Der Kanzler hatte betont, es sollte zu einer Zusammenkunft innerhalb von zwei Wochen kommen. Ein baldiges Gipfeltreffen sei unrealistisch, erklärte jedoch der russische Außenminister Sergej Lawrow am Wochenende. „Putin ist bereit, sich mit Selenskij zu treffen, wenn eine Tagesordnung für den Gipfel vorbereitet ist. Und diese Tagesordnung ist überhaupt noch nicht fertig“, sagte er dem US-Sender NBC.

Russland spielt damit einmal mehr auf Zeit. Vor einem solchen Treffen müssten gewisse Punkte geklärt sein, sagte Lawrow. Gemeint waren etwa die russischen Forderungen nach Gebietsabtretungen und ein ukrainischer Verzicht auf eine Mitgliedschaft in der Nato. Lawrow machte die Ukraine verantwortlich für den stockenden Prozess. Der ukrainische Präsident hatte sich allerdings mehrfach zu einem Waffenstillstand bereit erklärt und in Aussicht gestellt, über vorübergehende Gebietsabtretungen zu sprechen, den umkämpften Donbass davon aber ausgenommen.