Dass die Älteren über die Musik der Jüngeren schimpfen, das sei doch gar keine richtige Musik, sondern bloßer Lärm und auf gar keinen Fall so gut wie die Musik, die sie, die kennerhaften Älteren, schätzen – diese Konstante ist vermutlich so alt wie die Musik selbst. So lange es sich nur um das Grummeln von Leuten handelt, die ihre musikalische Geschmacksbildung zu früh abgeschlossen haben, ist das nicht weiter tragisch. Ein solches Urteil kann jedoch auch lebensgefährlich sein. Wenn ein Diktator wie Josef Stalin den Daumen über einem Werk senkt.
Podcast: „Vier Töne gegen Stalin“ über die politische Rolle von Schostakowitsch
Zwischen Widerstand und Mitläufertum: Wie der Komponist Dmitri Schostakowitsch um seinen Platz in der Sowjetunion gerungen hat.






