In den vergangenen Wochen hat Thomas Kessler zwar unentwegt bis zur völligen Ermüdung an der Gegenwart und Zukunft des 1. FC Köln gearbeitet, aber wenn er dann endlich im Bett lag, konnte er plötzlich doch nicht schlafen. Er musste jetzt unbedingt noch mal den Computer einschalten, das Fußball-Programm Wyscout aufrufen und in der Datenbank checken, ob der Verteidiger, über dessen Kauf er gerade verhandelte, wirklich die zweckmäßigen Werte aufweist. Da war dieser „permanente Gedankenprozess, das ständige Rattern im Kopf“, das ihn nicht zur Ruhe kommen ließ, sagt er.
Einerseits trieb ihn also der Stress um, die richtige Entscheidung zu treffen und keinen teuren Fehleinkauf ins Haus zu holen, andererseits gab es aber seit dem 22. Mai keinen Tag, an dem er nicht froh und dankbar war für die typischen Heimsuchungen eines Bundesligamanagers. Seit jenem Donnerstag vor drei Monaten darf Kessler auf dem Platz sitzen, wo er schon lange hinwollte, auf dem Stuhl des Sportdirektors seines Heimatklubs. Zum guten Gefühl trägt bei, dass der FC in der Stadt zurzeit ein beachtliches Ansehen genießt, was ganz wesentlich auch mit den vielversprechenden Transferaktivitäten des neuen Managers zu tun hat.






