Das Geschäft laufe nur mäßig, sagt Yousef al-Jarjour, er verkaufe nur noch zehn Prozent seiner Weine, im Vergleich zu den Jahren davor. Sonderlich zu stören scheint es den syrischen Winzer aber nicht, er steht vor seiner Kelterei in den Bergen bei Tartus nahe der Mittelmeerküste, hat ein Gläschen Weißwein in der Hand und lacht. „Ich liebe Alkohol, ich trinke schon so lange.“ Es klingt wie: Wenn ich schon weniger verkaufe, bleibt wenigstens mehr für mich. Andererseits macht al-Jarjour den Eindruck eines eher gemäßigten Trinkers, der sich schwertun würde mit dem Berg aus mehreren Tausend unverkaufter Weinflaschen, die sich in seinen Lagern stapeln.
Syrien: Wie ein Winzer nach dem Sturz des Assad-Regimes den Islamisten trotzt
Die Zukunft des Weinguts von Yousef al-Jarjour ist ein Gradmesser: Meinen es die neuen Herrscher in Syrien ernst mit der versprochenen Toleranz?







