„Bayer 04 steht kopp“, leuchtete es nach einer Stunde Spielzeit plötzlich auf den Anzeigetafeln in der BayArena auf. Bayer Leverkusen lag zu diesem Zeitpunkt bereits mit 1:2 hinten gegen die TSG Hoffenheim und, ja, Bayer 04 stand wirklich ein bisschen kopp. Aber diese gewisse Verwirrung war es nicht, die dem Publikum hier offiziell annonciert werden sollte. Es ging nicht um die eher dürftige Leistung der Fußballmannschaft. „Bayer 04 steht kopp“ ist eine Karnevalsparty im November, und für die können jetzt Karten gekauft werden.

Im Kader des Fußballklubs SV Bayer Leverkusen ist die große Erneuerung (auch XXL-Umbruch genannt) mit allerhand Unwägbarkeiten verbunden. Bei umfangreichen Renovierungen gehen schließlich auch mal Dinge zu Bruch. Vor dem ersten Bundesligaspiel unter dem neuen Trainer Erik ten Hag sowie mit etlichen neuen Spielern könnte bei manchem Fan eine Textzeile aus dem vor jedem Heimspiel inbrünstig gesungenen Lied „Leverkusen“ ins Gedächtnis gerufen worden sein. Diese Liedzeile hat im Bayer-Fußball schon länger keine Rolle mehr gespielt. Sie lautet: „Auch in schweren Zeiten, und tut es noch so weh, werden wir dich begleiten, unseren SVB.“

Nach zwei bemerkenswerten Bundesliga-Spielzeiten mit dem Meistertitel und Platz zwei bricht Leverkusen gerade in eine neue Ära auf, aber trotz der 1:2 (1:1)-Auftakt-Niederlage gegen Hoffenheim geht hier bislang eher niemand davon aus, dass das schwere Zeiten werden oder dass es gar sehr weh tun könnte. Dennoch wird sich erst zeigen müssen, wie schnell und wie schmerzlos der Niederländer ten Hag die Kaderumbauarbeiten gestalten kann.