Für sie: Vielseitiges Lätzchen

Seidentücher sind im Zuge der neuen Lust an Accessoires wieder da, und zwar die großen. Das Comeback deutete sich schon letzten Sommer an – mit um Köpfe und Hälse gebundenen Bandanas, den kleinen Schwestern des Carrées, wie zum Beispiel Hermès seine berühmten Seidentücher nennt.

Diese 90 mal 90 Zentimeter großen Tücher haben immer das gleiche Schicksal: Im Laden wirken sie wegen ihrer Buntheit unwiderstehlich. Und so vielseitig! Was hat man nicht schon an Tragevarianten an Models gesehen. Sie tragen sie kunstvoll drapiert als Turban, als Oberteile oder eben als lässig gebundenen Schal. Zu Hause dann verschwindet das magische Tuch für immer in der Schublade, mit allen anderen Seidenschals. Weil man eben nicht so flachbusig ist wie ein Model, der Turban nach Witwe Bolte aussieht und der gebundene Schal wie eine Beatrix-von-Storch-Verkleidung.

Jetzt aber bitte doch noch mal über Wiedervorlage nachdenken. Michael Rider, der neue Designer von Celine, der im Juli bereits seine Kollektion für nächsten Frühling präsentiert hat, zeigt hier die einzige Art, auf die wirklich jeder Mensch und jedes Tier ein Foulard tragen kann: zu einem Dreieck gefaltet und dann möglichst locker hinten gebunden. Eines der Dreiecke vielleicht noch leicht über eine Schulter ziehen, fertig. Funktioniert über Blazer, Trenchcoat und Kleid. Nicht sicher, ob das Ding gut liegt? Wenn der Schal so aussieht wie eines dieser Lätzchen, das man man in Positano zum Hummerpastaessen trägt, herrscht null Spießergefahr.