PfadnavigationHomeDebatteArtikeltyp:MeinungTests nur mit AnsageSchulen in Rheinland-Pfalz verabschieden sich vom LeistungsgedankenVeröffentlicht am 29.08.2025Lesedauer: 3 MinutenSchüler eines Gymnasiums bei einer schriftlichen PrüfungQuelle: Sina Schuldt/dpaAn Schulen in Rheinland-Pfalz soll es künftig keine unangekündigten Tests mehr geben. Was gut gemeint sein mag, ist in Wahrheit ein Schritt in Richtung einer leistungsschwächeren Gesellschaft.Rheinland-Pfalz zeigt, wie man es falsch macht: Es soll künftig keine unangekündigten Tests mehr geben, die sich auf Hausaufgaben und somit aktuellen Unterrichtsstoff beziehen. Damit wird das Gegenteil der Werte vermittelt, die in Deutschland gerade an oberster Stelle stehen sollten: Fleiß, Leistung, Arbeitsbereitschaft. Ich selbst absolvierte vor zwei Jahren mein Abitur in Bayern. Es war normal, immer in nahezu jedem Fach einen unangekündigten Test schreiben zu müssen – oder plötzlich ausgefragt zu werden. Wer nicht vorbereitet war, wurde eiskalt erwischt und kassierte oftmals eine entsprechend schlechte Note.Statt Vorbereitung auf die Berufswelt, auf Stresssituationen und Herausforderungen wird die Schule in Rheinland-Pfalz nun zum Wohl­fühl­be­reich. Bildungsminister Sven Teuber (SPD) erklärt: „Unangekündigte Hausaufgabenüberprüfungen passen nicht zu einer modernen Schule. Sie erzeugen unnötigen Stress und behindern gezielte Lernprozesse – klare Ankündigungen und Kommunikation auf Augenhöhe sind für Bildungsfortschritte und motiviertes Lernen unerlässlich“. Ein merkwürdiges Verständnis von „moderner Schule“. Lesen Sie auchDeutschland braucht junge Leute, die die Ärmel hochkrempeln und das Land wieder in Schwung bringen. Eine moderne Schule, von der die Gesellschaft profitiert, bringt junge Menschen hervor, die fleißig und engagiert sind. Junge Menschen, die mit Stresssituationen umgehen und Herausforderungen meistern können. Junge Menschen, die bereit sind, die Extrameile zu gehen – und auch gelernt haben, wie das funktioniert. Rheinland-Pfalz macht mit diesem Schritt aber das Gegenteil. Die Botschaft, die beim Schüler ankommt, lautet: „Es ist egal, ob du dich vorbereitest. Es ist egal, ob du lernst. Wenn du den Stoff brauchst, bekommst du Bescheid. Ansonsten: Mach ruhig entspannt.“ Wer dieses Mantra verinnerlicht, wird es später im Beruf schwer haben.Hessen hingegen sendet das richtige Signal. Ein Sprecher des Kultusministeriums in Wiesbaden hat deutlich gemacht: „Gerade im Zeitalter von immer mehr KI-Anwendungen kommt authentischen Leistungsnachweisen eine wachsende Bedeutung zu – auch mit Blick auf die Studierfähigkeit und die Vorbereitung auf selbstständiges Arbeiten im späteren Bildungsweg.“ In Hessen sollen schriftliche Leistungsüberprüfungen weiterhin ein zentraler Teil der schulischen Bildung sein – angekündigte wie unangekündigte.Lesen Sie auchDas ist auch richtig so. Aber es kann nicht sein, dass in einem Bundesland Schüler richtig gefordert werden, dass sie immer in der Lage sein müssen, zu liefern, während es im anderen Bundesland keine Konsequenzen hat, wenn man die Beine auf den Tisch legt und das Heft nur aufschlägt, wenn der Lehrer ankündigt, dass man demnächst einen Test schreibt.Rheinland-Pfalz schlägt den falschen Weg ein. Was gut gemeint sein mag, ist in Wahrheit ein Schritt in Richtung einer leistungsschwächeren Gesellschaft. Das braucht Deutschland nicht. Dieses Land ist durch Fleiß und Leistung groß geworden. Und das soll es durch Fleiß und Leistung auch bleiben.