Bei zwei Anschlägen sind in Kolumbien mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen und Dutzende weitere verletzt worden. Im Norden des südamerikanischen Landes schossen mutmaßliche Kriminelle einen Polizeihubschrauber ab. Dabei kamen nach Angaben der Regierung acht Polizisten ums Leben und acht weitere wurden verletzt.Wenig später detonierten nahe einem Luftwaffenstützpunkt in der Großstadt Cali im Südwesten des Landes zwei Sprengsätze. Dabei kamen fünf Menschen ums Leben, weitere 36 wurden verletzt, wie die Stadtverwaltung mitteilte.Bei einem Anti-Drogen-Einsatz setzten zwei Hubschrauber im Department Antioquia Polizisten ab, die in der ländlichen Region Koka-Felder zerstören sollten. Laut einem Bericht der Zeitung El Tiempo wurden die Polizisten dabei angegriffen, weshalb die Helikopter zurückkehrten. Einer wurde von einer Drohne angegriffen und stürzte ab. Hinter dem Angriff soll eine Splittergruppe der linken Guerillaorganisation Farc stecken.Forensiker inspizieren den Ort einer Explosion vor einem Luftwaffenstützpunkt. Santiago Saldarriaga/AP/dpaNach dem Anschlag in Cali kündigte Bürgermeister Alejandro Eder an, dass das Militär die Kontrolle über die Stadt übernehmen werde. Zudem werde die Polizei die Zufahrten verstärkt kontrollieren. „In dieser Stunde, in der der Drogenterrorismus in unser Land zurückgekehrt ist, müssen wir zusammenstehen“, sagte er in einer Videoansprache. Präsident Gustavo Petro reiste nach Cali, um an einer Sitzung des Sicherheitsrats aus Mitgliedern der Regierung, der Sicherheitskräfte und der örtlichen Behörden teilzunehmen. Er machte auch für den Anschlag auf die Luftwaffenbasis eine Farc-Splittergruppe verantwortlich.Kolumbien ist der größte Kokainproduzent der Welt. Nach Angaben der Vereinten Nationen verfügt das Land mit mehr als 250 000 Hektar über etwa 65 Prozent der weltweiten Anbaufläche für Koka. Das lukrative Geschäft mit der Droge befeuert die Gewalt in dem südamerikanischen Land, das ohnehin auf eine blutige Geschichte zurückblickt.Linken Rebellen, rechte Paramilitärs und das Militär lieferten sich 52 Jahre lang einen Bürgerkrieg. 220 000 Menschen kamen ums Leben, Millionen wurden vertrieben. Zwar hat sich die Sicherheitslage nach dem 2016 zwischen der Regierung und der damals größten Rebellengruppe Farc geschlossenen Friedensabkommen verbessert, allerdings werden noch immer Teile des Landes von illegalen Gruppen kontrolliert.
Kolumbien: 13 Tote bei Anschlägen – Polizeihubschrauber von Drohne abgeschossen
Kolumbien erlebt eine neue Welle der Gewalt. Die Regierung spricht von einer Rückkehr des Drogenterrorismus.














