Yokohama. Japan will seine wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Afrika massiv ausweiten. „Der Kontinent verfügt über eine junge Bevölkerung und reiche Mineralressourcen“, sagte Japans Außenminister Takeshi Iwaya dem Handelsblatt. Er sei „dynamisch und hat großes wirtschaftliches Potenzial“.Während der „Tokyo International Conference on African Development“ (Ticad 9) in Yokohama zeigt Japan seit Mittwoch die Umrisse dieser neuen Strategie. Bis Freitag sprechen Vertreter aller afrikanischen Länder mit den Gastgebern, um Lösungen für die Probleme des Kontinents zu finden und neue Investitionen auszutarieren.Während Europa und die USA ihre Entwicklungshilfe zurückfahren, will Japan offenbar die so entstandene geopolitische Lücke füllen. „Wir befinden uns an einem kritischen Punkt“, sagt Asuka Tatebayashi, geopolitische Analystin der japanischen Großbank Mizuho.
Nationenbildung ist Menschenbildung. Takeshi IwayaAußenminister von Japan„Die USA blicken zunehmend nach innen und drohen mit Zöllen, während Europa Ressourcen zur Finanzierung seiner Verteidigung umleitet“, sagt die Expertin. Gleichzeitig weite China seinen Einfluss in Afrika aus. „Das erhöht die strategische Rolle des Kontinents“, sagt Tatebayashi. Tokios Antwort darauf: Japans Regierung mobilisiert in bisher beispiellosem Umfang die Privatwirtschaft für Investitionen.







