PfadnavigationHomePolitikCO₂-AbscheidungUmweltbundesamt warnt Merz vor falschem KlimaversprechenVeröffentlicht am 20.08.2025Lesedauer: 2 MinutenBundeskanzler Friedrich Merz (CDU)Quelle: Kay Nietfeld/dpaDas Umweltbundesamt hat die Bundesregierung eindringlich davor gewarnt, beim Klimaschutz zu sehr auf eine bestimmte Technik zur CO2-Speicherung zu setzen. Der UBA-Chef betonte, alle vorhandenen Potenziale müssten ausgeschöpft werden. Auch jene, die in der Wirtschaft unpopulär sind.Die Technologien seien „nicht als Werkzeuge geeignet, um auf die massive Reduktion von Emissionen im Gebäudebereich, im Verkehr und in der Industrie zu verzichten“, sagte UBA-Präsident Dirk Messner im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Zudem sei das Potenzial „sehr begrenzt, weil es schlicht an Kapazitäten fehlt, um beliebig große Mengen CO2 im Boden und in den Meeren einzulagern“, sagte Messner weiter. Überdies sei die Vorstellung, Deutschland, könne sofort mit großflächiger Einlagerung beginnen, unrealistisch: „Dafür muss zunächst eine entsprechende Infrastruktur hochgezogen werden und Forschung und Entwicklung müssen hier erst in Gang gesetzt werden.“CO₂-Abscheidung ist ein Verfahren, bei dem Kohlendioxid aus Abgasen oder direkt aus der Luft getrennt und anschließend gespeichert wird, um die Menge an Treibhausgasen in der Atmosphäre zu reduzieren. Dabei wird meist ein chemisches Lösungsmittel genutzt, das das CO₂ bindet, bevor es komprimiert und sicher eingelagert wird.Messner reagierte auf den Kabinettsbeschluss vom 6. August, wonach CCS in größerem Maßstab erlaubt werden soll – auch für die Stahlindustrie und für Gaskraftwerke. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte die Technologien in seiner Sommerpressekonferenz als deutschen Beitrag im Kampf gegen die Erderwärmung hervorgehoben.Dem entgegnete Messner in der „NOZ“: „Wer annimmt, wir könnten einfach weiter Verbrenner-Autos fahren, mit Gas und Öl heizen und fossile Energie für die Industrieproduktion nutzen, verkennt die Lage.“ Der UBA-Präsident betonte: Nach Auswertung aktueller Studien könne Deutschland auch mit nur wenigen negativen Emissionen bis 2045 klimaneutral werden – aber nur, wenn alle vorhandenen Potenziale ausgeschöpft werden: Umbau der Industrie, Umstieg auf erneuerbare Quellen beim Heizen und in der Mobilität, Stärkung der natürlichen CO2-Senken. „Alle Optionen stehen uns zur Verfügung. Wir müssen sie aber konsequent nutzen, statt jetzt falsch abzubiegen“, sagte er.
CO₂-Abscheidung: Umweltbundesamt warnt Merz vor falschem Klimaversprechen - WELT
Das Umweltbundesamt hat die Bundesregierung eindringlich davor gewarnt, beim Klimaschutz zu sehr auf eine bestimmte Technik zur CO2-Speicherung zu setzen. Der UBA-Chef betonte, alle vorhandenen Potenziale müssten ausgeschöpft werden. Auch jene, die in der Wirtschaft unpopulär sind.






