PfadnavigationHomeSportFußballBundesligaBorussia DortmundBVB-Spieler Couto verletzt„Niederträchtig“ – Essen-Profi nach brutalem Foul rassistisch beleidigtVeröffentlicht am 19.08.2025Lesedauer: 3 MinutenSah für seine heftige Attacke nur Gelb: Kelsey Owusu (2.v.r.)Quelle: picture alliance/SvenSimon/Malte Ossowski/SVEN SIMONDas brutale Foul an BVB-Profi Yan Couto überschattet Dortmunds Pokalerfolg in Essen. Der foulende RWE-Spieler sieht sich danach unschönen Anfeindungen ausgesetzt. Beide Trainer nehmen ihn mit klaren Worten in Schutz, Owusu zieht sich zurück.Die Trainer Niko Kovac und Uwe Koschinat haben rassistische Kommentare gegen Fußballprofi Kelsey Owusu mit deutlichen Worten verurteilt. Owusu hatte in der Nachspielzeit des Revierderbys zwischen Rot-Weiss Essen und Borussia Dortmund im DFB-Pokal ein heftiges Foulspiel begangen, bei dem er den BVB-Spieler Yan Couto mit offener Sohle beinahe in Kniehöhe erwischte.In der Folge erreichten den Instagram-Kanal von Rot-Weiss Essen nach Klubangaben so heftige und teilweise rassistische Beleidigungen, dass der Drittligist in dem sozialen Medium vorübergehend die Kommentarfunktion deaktivierte. Auch Owusu selbst reagierte und deaktivierte sein Profil bei Instagram. Diesen Schritt vom Dienstagmorgen bestätigte RWE auf Anfrage. Owusus Rückzug aus dem sozialen Netzwerk geschah in Abstimmung mit seinem Verein. Dieser sicherte dem 21-Jährigen die volle Unterstützung und Solidarität zu.„Ich glaube, es ist unverzeihlich, wenn ein Spieler so hart einsteigt. Aber es ist nicht deswegen unverzeihlich, weil der Spieler dunkelhäutig ist, sondern weil die Aktion einfach scheiße ist“, sagte Koschinat in aller Deutlichkeit.Owusu entschuldigte sich in der BVB-KabineDortmunds Chefcoach Kovac, der das Foul in der ARD zuvor noch mit „einem Anschlag“ verglichen hatte, war in der Pressekonferenz ebenfalls um Deeskalation bemüht. „Ich schließe mich da auch an: Das ist Sport und es kann nicht sein, dass dann irgendwo irgendjemand irgendwelche Kommentare Richtung dieses Spielers schickt“, sagte Kovac. So ein Foul mache „keiner mit Absicht“. Owusu kam nach der Partie in die Dortmunder Kabine und entschuldigte sich.Die Szene zwischen Owusu und Couto beim 1:0-Sieg der Dortmunder ereignete sich nahe der Eckfahne kurz vor Spielende. BVB-Außenbahnspieler Couto musste auf einer Trage vom Feld gebracht werden und droht auszufallen. Zumindest hinsichtlich einer längeren Verletzung konnte Kovac leichte Entwarnung geben. „Er hat starke Schmerzen, aber ich bin trotzdem zuversichtlich, dass es vielleicht in Anführungsstrichen nur eine sehr starke Prellung ist“, sagte der Trainer.Sein Kollege Koschinat ermahnte den eingewechselten Owusu zwar für das „unverzeihliche“ Einsteigen. Der Essener Trainer signalisierte dem 21-Jährigen dann aber auch alle Unterstützung. „Ich finde das so niederträchtig, was teilweise für Kommentare auf Menschen einprasseln. Das finde ich völlig unangemessen“, sagte Koschinat.Owusu hatte Glück, dass er für das Einsteigen von Schiedsrichter Frank Willenborg nur die Gelbe Karte sah. Was in der Bundesliga und 2. Bundesliga sofort zu einer Korrektur per Videobeweis geführt hätte, ist im Anfangsstadium des DFB-Pokals schlicht nicht möglich. Denn: In Runde eins und zwei ist der Video Assistant Referee (VAR) weiterhin nicht vorgesehen.Der DFB begründet dies „vornehmlich“ mit „Kapazitätsgründen“, wie ein Sprecher des Verbandes auf Anfrage erklärte. „Zu Beginn sind viele kleine und unterklassige Vereine im Wettbewerb vertreten. Dort in sämtlichen Stadien den VAR zu installieren, was in Form von mobilen Vans vor den Stadien geschehen müsste, wäre ein hoher wirtschaftlicher und organisatorischer Aufwand“, hieß es.Außerdem fehle in den ersten beiden Runden Personal, um eine flächendeckende Abdeckung zu gewährleisten. In der ersten Pokalrunde gibt es über mehrere Spieltermine verteilt 32 Partien, in Runde zwei finden 16 Begegnungen an zwei Abenden statt.Sportlich hatte der BVB in Essen große Mühe. Kovac durfte sich vor allem beim herausragend haltenden Schlussmann Gregor Kobel bedanken, dass eine Blamage ausblieb. Neben dem Torwartriesen wurde vor 19.300 Zuschauern im Stadion an der Hafenstraße Siegtorschütze Serhou Guirassy zum Matchwinner. Der Stürmer sorgte mit einem trockenen Abschluss ins lange Eck (79. Minute) für die Entscheidung in einem emotionalen Derby. „Nach sehr wenig Vorbereitung ist es gut, dass wir weitergekommen sind. Wir müssen noch ein bisschen arbeiten, damit wir da hinkommen, wo die anderen Mannschaften jetzt stehen“, sagte Kovac im Anschluss. Etwas mehr als eine halbe Woche hat er für Verbesserungen noch Zeit. Am Samstag (18.30 Uhr/Sky) tritt der BVB zum Bundesliga-Auftakt beim FC St. Pauli an.dpa/luwi
BVB - Rot-Weiss Essen: RWE-Profi nach brutalem Foul rassistisch beleidigt - WELT
Das brutale Foul an BVB-Profi Yan Couto überschattet Dortmunds Pokalerfolg in Essen. Der foulende RWE-Spieler sieht sich danach unschönen Anfeindungen ausgesetzt. Beide Trainer nehmen ihn mit klaren Worten in Schutz, Owusu zieht sich zurück.






