PfadnavigationHomePolitikDeutschlandGerhard TrabertLinke-Politiker gibt Bundestagsmandat auf – Selbsternannte non-binäre Transperson rückt nachVon Dominik LippeRedakteur Nachrichten und GesellschaftVeröffentlicht am 19.08.2025Lesedauer: 2 MinutenRegenbogenflaggen vor dem ReichstagsgebäudeQuelle: AFP/JOHN MACDOUGALLDer Linke-Politiker Gerhard Trabert verzichtet wegen einer schweren Erkrankung auf sein Bundestagsmandat. An seiner Stelle rückt Lin Lindner nach. Als selbsternannte non-binäre Transperson stehe Lindner laut Parteichef van Aken „für den Teil der Bevölkerung, dem Julia Klöckner von der Fahne gehen möchte“.Der Sozialmediziner und -psychiater Gerhard Trabert verzichtet aus gesundheitlichen Gründen auf sein Bundestagsmandat, das er im Februar für die Linke hatte erringen können. 2022 war der parteilose Politiker von der Partei als Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten vorgeschlagen worden.Die genauen Gründe veröffentlichte die Partei auf ihrer Homepage. „Nachdem unser Vater Gerhard Trabert mehrere schwere Schlaganfälle erlitten hatte“, erklärt dort die Familie des Politikers, „war er mehrere Monate in einer Reha. Diese Zeit endet nun und Gerhard kehrt nach Hause zurück. Trotz einiger kleiner Fortschritte in der Reha muss unser Vater weiterhin mit schweren Einschränkungen leben. Eine Rückkehr in das Leben, wie es bisher gewesen ist – und das vom Einsatz für die Menschen geprägt war – ist nicht möglich.“ Nach wie vor seien „laute Stimmen für soziale Gerechtigkeit und Menschlichkeit“ vonnöten, insistiert die Familie. „Eine solche Stimme kann Gerhard nicht sein.“ Ersatzweise soll nun Lin Lindner als eine dieser Stimmen fungieren. Die selbsternannte non-binäre Transperson beschreibt sich auf der Homepage der rheinland-pfälzischen Linken als „laut, unbequem und entschieden für linke Werte“. Etwaige Vorurteile will das „Arbeiterinnenkind“ gar nicht erst entkräften: „‘Schon wieder diese blauhaarige Feministin‘, mögt ihr vielleicht denken. Und recht habt ihr.“Der Linken-Parteivorsitzende Jan van Aken charakterisiert Lindner als „starke junge Person“, die sich „den Kampf gegen Armut und Diskriminierung auf die Fahnen geschrieben“ habe. In seinem Statement beschreibt er sie wie eine Art Gegengewicht zur Bundestagspräsidentin, die sich dagegen entschieden hatte, anlässlich des Christopher Street Days die Regenbogenflagge auf dem Reichstagsgebäude zu hissen. „Lin steht auch für den Teil der Bevölkerung, dem Julia Klöckner von der Fahne gehen möchte und das ist auch gut so.“Lindner selbst grenzt sich in der Vorstellung vom prominenten Namensvetter Christian Lindner (FDP) ab. „Ich bin mit dem Anspruch angetreten, dem Wort ‚Lindnern‘ eine neue Bedeutung zu geben – nämlich die Dinge von Anfang an richtig zu machen“, verspricht sie. „Und das werde ich einlösen.“dol