Wenn es um die Haushaltsdisziplin in Berlin geht, gibt die Bundesbank gern die Stimme der Vernunft. Ihre Präsidenten mahnen immer wieder Kostendisziplin an und warnen gerne vor ausufernder Verschuldung. Bundesbankpräsident Joachim Nagel sprach erst jüngst davon, „schnell zur sparsamen Haushaltspolitik zurückzukehren“. Sein Vorgänger Jens Weidmann beklagte oft die „schwindende Haushaltsdisziplin“ im Euroraum.

Doch nun steht die Bundesbank selbst in der Kritik - wegen zeitweise stark ausufernder Kostenplanungen für ihr zentrales Bauvorhaben: den Umbau ihrer Zentrale in Frankfurt Ginnheim. Das monumentale Gebäude aus dem Jahr 1967, im Stil des Brutalismus errichtet, soll architektonisch eigentlich Stabilität verkörpern. Auf dem Gelände werden zudem Teile der deutschen Goldreserven gelagert. Ursprünglich plante die Bundesbank, ihre Zentrale zu sanieren und durch zusätzliche Hochhäuser zu erweitern. „Campus“ nannte sie dieses ehrgeizige Projekt.

Zwar hat die Notenbank diese seit 2016 verfolgten Ausbaupläne nach dem Amtsantritt von Joachim Nagel 2023 deutlich verkleinert und im Mai 2024 in der bisherigen Form sogar ganz aufgegeben. Doch nun wurde bekannt, dass dem heftige Kritik des Bundesrechnungshofs vorausging, der bereits im April 2024 zwei verheerende Stellungnahmen zur Wirtschaftlichkeit des Umbaus und der Sanierung des Hauptgebäudes erstellt hat.