W

enn es auf dem Friedhof Georgen-Parochial II im Berliner Stadtteil Friedrichshain auch in Zukunft schön grün ist, liegt das am neuen Bürokomplex nebenan. Als der errichtet wurde, schlossen Bauherren und Friedhofsverwaltung einen Deal: Das Regenwasser floss nicht in die Kanalisation, sondern direkt in eine unterirdische, ebenfalls neue Zisterne. Seither mangelt es dem Friedhof nicht an Wasser, und Wasser ist gut fürs Grün. Was städtische Grünflächen angeht, sind Friedhöfe schließlich eine nicht zu vernachlässigende Größe. Und grün müssen sie bleiben, die deutschen Städte – obwohl das immer schwieriger wird.

Erst am Wochenende hat der Kommunalverband VKU erneut Alarm geschlagen. Demnach hatten mehr als ein Viertel der Stadtwerke schon mit Engpässen bei der Wasserversorgung zu kämpfen. Jedes zweite mahnt bei Hitzeperioden seine Kundinnen und Kunden zum Wassersparen. Einige haben schon „Wasserampeln“ eingeführt, die in knappen Zeiten warnen. Von 401 deutschen Landkreisen leiden 201 schon jetzt unter Grundwasserstress. Die Einschläge kommen näher.

Doch ein Klimaextrem kommt selten allein, auch in den Städten nicht. Perioden von großer Hitze und Trockenheit paaren sich mit Episoden von Starkregen, überfluteten Unterführungen und überquellenden Gullys. Jetzt rächt sich, dass „Städtebau“ über Jahrzehnte vor allem das Ziel verfolgte, städtische Flächen nutzbar zu machen, sei es fürs Autofahren, Parken oder Wohnen. Wie es sich dort wohnen ließ, interessierte die Planer oft weniger – was sich auch viele der Kommunen ankreiden lassen müssen, die nun über Hitzestress klagen.