Manchmal sagt jemand aus Versehen die Wahrheit oder Sätze, deren Abgründe er selbst nicht ganz durchschaut. So geht es in der ZDF-Dokumentation über den Aufstieg der AfD André Poggenburg. Der einstige AfD-Vorsitzende in Sachsen-Anhalt und lange enge Weggefährte des Rechtsextremisten Björn Höcke erinnert sich daran, wie die völkischen Seilschaften um Höcke auf dem Essener AfD-Parteitag im Juli 2015 die Wirtschaftsliberalen und Euro-Skeptiker an den Rand oder gleich aus der AfD drängten. Es war der erste und vielleicht entscheidende Schritt der, na ja, Machtübernahme der Rechtsradikalen in der Partei. Bei Poggenburg klingt das dann so: „Wir wollten hier Tacheles reden. Da war die Migrationspolitik der Aufhänger.“ Aufhänger heißt: Sie war nicht der Grund der immer rabiateren Rechtsverschiebung der AfD, sondern der Hebel, ein Anlass, der den Rechtsextremen gerade recht kam.
ZDF-Doku über die AfD macht es sich etwas zu leicht
Als wäre das Erstarken der Partei eine Art Notwehr gegen den Migrationsdruck gewesen: Die Dokumentation „AfD – Aufstieg in der Flüchtlingskrise“ im ZDF macht es sich etwas zu leicht.







