PfadnavigationHomeRegionalesHamburgTrauer um SPD-UrgesteinEugen Wagner ist tot – Hamburgs langjähriger Bausenator mit 83 Jahren verstorbenVeröffentlicht am 16.08.2025Lesedauer: 4 MinutenBayerns damaliger Bauminister Günther Beckstein (CSU, l-r), der damalige Parlamentarische Staatssekretär Achim Großmann (SPD) und Hamburgs damaliger Bausenator Eugen Wagner (SPD)Quelle: Ulrich Perrey/dpaEr galt als durchsetzungsstarker Pragmatiker und prägte Hamburgs Stadtentwicklung über Jahrzehnte: Eugen Wagner, langjähriger SPD-Bausenator und politisches Schwergewicht der Hansestadt, ist im Alter von 83 Jahren gestorben.Als „Beton-Eugen“ war er bekannt und prägte über Jahrzehnte die Bau- und Verkehrspolitik der Hansestadt – nun ist Eugen Wagner im Alter von 83 Jahren gestorben. Der langjährige SPD-Senator starb bereits am 7. August, wie aus einer von seiner Familie veröffentlichten Traueranzeige in der Sonnabendausgabe des „Hamburger Abendblatts“ hervorgeht. In seiner aktiven Zeit als Politiker galt Wagner als durchsetzungsstarker Pragmatiker, der sich mit klarer Haltung und großem Gestaltungswillen einen Namen machte – und nicht selten aneckte. Beides zusammen brachte ihm den Spitznamen „Beton Eugen“ ein. Er war Ausdruck seiner kompromisslosen Haltung gegenüber politischen Gegnern wie auch gegenüber Bürgerinitiativen, die seine Bauvorhaben kritisierten. Wagner selbst sah sich als Gestalter, nicht als Verwalter – und als jemand, der Verantwortung übernahm, wenn andere zögerten.Lesen Sie auchKaum ein anderer Politiker hat Hamburgs Stadtbild so nachhaltig geprägt wie Wagner. Von 1983 bis 2001 war er Bau- und Verkehrssenator – und damit über fast zwei Jahrzehnte verantwortlich für zentrale Infrastrukturprojekte, Stadtentwicklungspläne und Verkehrsfragen. Unter seiner Leitung wurde die vierte Röhre des Elbtunnels geplant und gebaut – ein Meilenstein für den überregionalen Verkehr. Auch die S-Bahn-Anbindung des Flughafens, die die Erreichbarkeit des Airports deutlich verbesserte, fiel in seine Amtszeit. Wagner war einer der ersten, der zu den Befürwortern der Umwandlung von Hafenflächen zur heutigen HafenCity gehörte.Auch innerhalb der SPD war Wagner eine prägende Figur. Als Vorsitzender des Kreisverbandes Hamburg-Mitte und später als langjähriger Bürgerschaftsabgeordneter galt er als Strippenzieher mit großem Einfluss. Er verstand es, Mehrheiten zu organisieren, Kandidaturen zu unterstützen und politische Karrieren zu fördern – etwa die von Ortwin Runde, der 1997 Erster Bürgermeister wurde. Seine Partei schätzte ihn für seine Loyalität und seine Fähigkeit, auch in schwierigen Zeiten Stabilität zu vermitteln.Im Februar 1942 in Hamburg-Finkenwerder geboren, wuchs Wagner in einem Arbeiterhaushalt auf. Nach dem Realschulabschluss absolvierte er eine Ausbildung zum Reedereikaufmann und leistete anschließend zwei Jahre Dienst bei der Bundeswehr. Beruflich stieg er bei der BASF-Tochter Farben + Faser AG zum Leiter der Verteilung auf und engagierte sich früh gewerkschaftlich – als Mitglied der IG Chemie und später als Vorsitzender des Betriebsrats. Lesen Sie auchDieses Fundament aus praktischer Berufserfahrung und sozialem Engagement prägte seinen politischen Stil: bodenständig, direkt und mit einem ausgeprägten Sinn für Machbarkeit. Wagner war verheiratet und Vater von drei Kindern. Er galt als Familienmensch, der sich trotz seiner langen politischen Karriere nie von seiner Herkunft entfremdete. Sein Sohn Hauke Wagner folgte dem Vater politisch nach. Sein Sohn Hauke Wagner trat ebenfalls in die SPD ein und war von 2015 bis 2020 Abgeordneter in der Hamburgischen Bürgerschaft.Die Nachricht von Wagners Tod löste auch bei politischen Weggefährten große Anteilnahme aus. Die SPD Hamburg würdigte Wagner als eine prägende Persönlichkeit der Stadtpolitik. Die Landesvorsitzenden Melanie Leonhard und Nils Weiland erinnerten an seinen unermüdlichen Einsatz und seine klare Haltung, mit der er über 18 Jahre als Senator Verantwortung für Hamburgs Entwicklung trug. Wagner sei kein Mann großer Gesten gewesen, sondern kantig, direkt und unverwechselbar – eine politische Erscheinung, wie es sie nur selten gebe. Seine Geradlinigkeit, sein Rat und seine Loyalität würden fehlen, so die Parteispitze. Ihr Mitgefühl gelte seiner Familie und allen, die ihm nahestanden.Lesen Sie auchMichael Gwosdz, Vorsitzender der Grünen-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft, würdigte Wagner als Persönlichkeit, die ihr politisches Wirken stets in den Dienst der Stadt gestellt habe. Trotz seines Spitznamens „Beton-Eugen“ sei Wagner offen für neue verkehrspolitische Ansätze gewesen und habe den Weg für Hamburgs erstes Veloroutennetz mitgeebnet. Gwosdz erinnerte an die intensiven Debatten zwischen Wagner und dem GAL-Abgeordneten Martin Schmidt – Diskussionen, die den politischen Stil der 1990er-Jahre prägten und zugleich den Weg zur ersten grünen Regierungsbeteiligung in Hamburg vorbereiteten. „Für sein Lebenswerk als Politiker und Senator verdient Eugen Wagner die bleibende Anerkennung der Hamburger*innen“, so Gwosdz.juve mit dpa