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as macht eigentlich … der Papst? Das ist derzeit eine viel gestellte Frage an Vatikan-Beobachter, schließlich war Leo XIV. am Donnerstag seit 100 Tagen im Amt. Man erinnert sich an die pompöse Amtseinführung mit Staatsgästen aus aller Welt, an die hochgesteckten Erwartungen – und nun? Die kürzestmögliche Antwort lautet: Alles gut, der Papst macht seine Arbeit.

Wobei sogleich zu klären wäre, was denn seine Arbeit eigentlich ist. Das Beschäftigungsgebiet ist umfassend, man kann auch sagen: übermenschlich. Ein gewaltiges Pensum, für das der Neue jedenfalls besser gerüstet ist als seine Vorgänger: Er ist jung im historischen Vergleich, gerade 69 Jahre alt, leidenschaftlicher Tennisspieler und leistungsstark.

Was die konkrete Entscheidungsgewalt im kleinsten Staat der Welt angeht, ist seine Aufgabe überschaubar, selbst wenn die oberste Zuständigkeit für einige Hunderttausend kirchliche Würdenträger in aller Welt dazuzurechnen ist. Er ist nicht für das Wohl eines großen Staatsvolkes zuständig, muss es nicht verteidigen, der Vatikan hat keine Armee. Aber als Glaubensoberhaupt von 1,4 Milliarden römisch-katholischer Christinnen und Christen ist er qua Amt nicht nur für deren Glücksmomente, sondern auch für all ihre Not und Pein zuständig.