In den hinteren Reihen der bis auf den letzten Holzbankplatz gefüllten Kirche hat es sich vielleicht so angehört, als hätte der Monsignore soeben die Gemeinde „im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geißbocks“ begrüßt, aber ganz so weit reichte die Verneigung vor der Instanz, die am Freitagvormittag das Haus beehrte, dann doch nicht. Domdechant Robert Kleine folgte der Liturgie und behielt die originale trinitarische Formel bei. Seinerseits wusste auch der 1. FC Köln die Form zu wahren, indem er Geißbock Hennes IX zu Hause im Stall ließ.
Ansonsten waren die Angehörigen des ersten Fußballklubs der Stadt so vollzählig wie möglich zur Messe im Dom erschienen: Funktionäre, Geschäftsführer und Familienmitglieder auf den reservierten Plätzen vornean, im Hauptschiff des Gotteshauses jene FC-Fans, die das Glück hatten, eines der kostenlosen Einlass-Billetts erlangt zu haben. Der Veranstalter, das Erzbistum Köln, verzichtete auf eine Durchsage wie im Stadion, andernfalls hätte der Conférencier triumphierend „ausverkauft“ ausrufen dürfen. Rund 4000 Menschen hatten sich zur jährlichen, sogenannten FC-Andacht im Dom versammelt, nicht wenige wahrscheinlich mit dem Hintergedanken, der Herr werde angesichts so vieler Kirchgänger dafür sorgen, dass die Gegner in der Bundesliga öfter bloß den Pfosten treffen.






