PfadnavigationHomePolitikDeutschlandAbschiebungen in PakistanKeine Aufnahme von Afghanen – Hilfsorganisationen zeigen Dobrindt und Wadephul anVeröffentlicht am 15.08.2025Lesedauer: 2 MinutenIn Pakistan wurden 400 afghanische Flüchtlinge festgenommen, die auf ihre Ausreise nach Deutschland warten. Deutsche Diplomaten versuchen, Abschiebungen nach Afghanistan zu verhindern. „Das sind bemerkenswerte Vorgänge“, sagt Tim Röhn, Leiter Investigation, bei WELT TV.Pro Asyl und das Patenschaftsnetzwerk Ortskräfte haben Anzeige gegen Außenminister Wadephul und Innenminister Dobrindt erstattet. Sie werfen der Bundesregierung unterlassene Hilfeleistung im Umgang mit Afghanen vor, die trotz Aufnahmezusage aus Pakistan abgeschoben wurden.Die Hilfsorganisationen Pro Asyl und das Patenschaftsnetzwerk Ortskräfte haben Strafanzeige gegen Außenminister Johann Wadephul (CDU) und Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) gestellt. Die beiden Minister hätten sich unter anderem der unterlassenen Hilfeleistung schuldig gemacht, „weil sie zugelassen haben, dass Afghaninnen und Afghanen von Pakistan nach Afghanistan abgeschoben wurden, obwohl sie eine Aufnahmezusage für Deutschland haben“, erklärten Pro Asyl und das Patenschaftsnetzwerk am Freitag. Die Strafanzeige wurde am Freitagmorgen bei der Staatsanwaltschaft Berlin eingereicht.Wie WELT berichtet hatte, schieben die pakistanischen Behörden derzeit schutzsuchende Afghanen trotz deutscher Aufnahmezusagen in deren Heimatland ab. Da Deutschland keine diplomatische Vertretung in Afghanistan hat, werden die Aufnahmeverfahren über Pakistan abgewickelt.Lesen Sie auch„Den von den pakistanischen Behörden abgeschobenen Afghanen und Afghaninnen drohen willkürliche Inhaftierung, Misshandlungen oder gar Hinrichtungen“, erklärte die rechtspolitische Sprecherin von Pro Asyl, Wiebke Judith. Diese Abschiebungen und die Gefährdung der Menschen seien Resultate deutschen Regierungshandelns. Judith kritisierte, dass die deutschen Verantwortlichen die Menschen immer weiter hingehalten hätten, statt ihnen Visa zu erteilen.Union und SPD vereinbarten in ihrem Koalitionsvertrag, die Aufnahmeprogramme „so weit wie möglich“ zu beenden. Laut Bundesinnenministerium wird derzeit geprüft, was die Vereinbarung im Koalitionsvertrag für die einzelnen Bundesaufnahmeprogramme bedeutet. Hier soll es zeitnah Entscheidungen geben.Noch 2000 Afghanen mit Aufnahmezusagen?Alexander Fröhlich vom Patenschaftsnetzwerk wies auf die besondere Gefährdung der ehemaligen afghanischen Ortskräfte hin. „Die Taliban betrachten sie als Feinde, an denen sie sich rächen wollen“, erklärte er. Fröhlich zufolge befinden sich derzeit 300 Afghanen mit Aufnahmezusagen des Ortskräfteverfahrens der Bundesregierung aktuell in Pakistan, viele von ihnen bereits seit mehr als acht Monaten. „Die Abschiebung in die Hände der Taliban wäre für viele von ihnen der Tod“, sagte Fröhlich.Derzeit befinden sich insgesamt noch rund 2000 Afghanen mit Aufnahmezusage in Pakistan. Mehr als 400 afghanische Staatsangehörige sollen von pakistanischen Behörden inhaftiert worden und mehrere Dutzend bereits abgeschoben worden sein, wie die beiden Hilfsorganisationen mitteilten.epd/coh
Keine Aufnahme von Afghanen – Hilfsorganisationen zeigen Dobrindt und Wadephul an - WELT
Pro Asyl und das Patenschaftsnetzwerk Ortskräfte haben Anzeige gegen Außenminister Wadephul und Innenminister Dobrindt erstattet. Sie werfen der Bundesregierung unterlassene Hilfeleistung im Umgang mit Afghanen vor, die trotz Aufnahmezusage aus Pakistan abgeschoben wurden.













